Devisen-Affäre: BaFin bereitet Sonderprüfung gegen Deutsche Bank vor

Die BaFin will die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank verschärfen. Wegen des Verdachts der Manipulation von Devisenkursen will die Bankenaufsicht eine Sonderprüfung vorbereiten. Dabei nisten sich Wirtschaftsprüfer bei der Bank ein, befragen Mitarbeiter und durchsuchen Unterlagen.

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Die deutsche Finanzaufsicht BaFin intensiviert offenbar ihre Untersuchungen zur Verwicklung der Deutschen Bank in die weltweite Manipulation von Devisenkursen. Die BaFin wolle den Devisenhandel mit einer Sonderprüfung ausleuchten, berichtete das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unter Berufung auf „das Umfeld des Konzerns“. Die Aufseher gingen der Frage nach, ob die Deutsche Bank, die als größter Devisenhändler der Welt gilt, den Bereich ordnungsgemäß organisiert hat und ob es dort ausreichende Kontrollen gibt.

Die BaFin wollte sich am Sonntag nicht zu dem konkreten Fall äußern. Sie hatte allerdings bereits im Oktober nicht ausgeschlossen, dass es in der Devisenaffäre zu Sonderprüfungen bei deutschen Banken kommen werde. Eine Sonderprüfung gilt als schärfstes Schwert der Aufsichtsbehörde. Dabei nisten sich die Aufseher – oder Wirtschaftsprüfer in deren Auftrag – oft über Wochen bei der Bank ein, befragen Mitarbeiter und durchforsten Unterlagen.

Die BaFin-Aufseher wollen in der Sonderprüfung unter anderem Chats auf einer Handelsplattform untersuchen, die sowohl von Devisenhändlern genutzt wurde, als auch von Mitarbeitern, die in der Libor-Affäre aufgefallen waren. Vor Weihnachten war bekannt geworden, dass die Deutsche Bank die Nutzung solcher Chatrooms im Handel intern verboten hat (mehr hier).

Die BaFin hat dem Magazin zufolge schon länger Zweifel, ob die Kontrollen im Devisenhandel der Deutschen Bank ausreichen, um Manipulationen zu verhindern. Bei dem Institut laufen bereits mehrere solcher Prüfungen parallel, so zur Manipulationen es Interbanken-Zinssatzes Libor und zum Vorwurf von Bilanzmanipulationen in der Finanzkrise.

Die Bank selbst hat nach einer internen Untersuchung wegen des Verdachts der Manipulation am Devisen-Fixing Finanzkreisen zufolge mehrere Händler in New York und an anderen Standorten vorsorglich suspendiert. Ein Sprecher bekräftigte die Aussage, die Deutsche Bank habe Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten, die den Devisenhandel unter die Lupe nehmen. „Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen“, sagte er. Auch bei anderen Banken wurden Händler beurlaubt.

Die Deutsche Bank steht zudem wegen des Verdachts der Goldpreis-Manipulation im Visier der Bankenaufsicht (hier).

Ins Rollen gebracht hatte den Fall im Sommer die britische Finanzaufsicht, inzwischen haben sich neben der BaFin auch die Behörden in den USA eingeschaltet. Die Referenzkurse, die einmal am Tag festgestellt werden, dienen Unternehmen und großen Profi-Anlegern wie etwa Investmentfonds als Basis für ihre Währungsgeschäfte.

Am Devisenmarkt werden weltweit pro Tag Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Das Segment ist der größte Markt im Finanzsystem und gilt als am wenigsten reguliert. Die Deutsche Bank hat bereits auf die Vorwürfe reagiert und einige Manager beurlaubt (hier).

 

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