„Zeit“-Journalist Sommer wegen Steuerhinterziehung angeklagt

Der frühere Chefredakteur der Zeit, Theo Sommer, hat etwa eine halbe Million Euro nicht versteuert. Er muss sich deshalb am Mittwoch vor Gericht verantworten. Als Grund gab Sommer an, dass er sich wegen des Verfassens von Büchern nicht um seine Finanzen gekümmert habe.

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Das Hamburger Abendblatt meldet, dass der ehemalige Chefredakteur der Wochenzeitung Zeit, Theo Sommer, wegen Steuerhinterziehung vor Gericht muss. Angeblich geht es insgesamt um eine Summe von rund 500.000 Euro. „Herr Dr. Sommer ist wegen Einkommenssteuerverkürzung in neun Fällen angeklagt“, zitiert das Blatt Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Es handele sich um Taten in den Jahren 2007 bis 2011 und um Einkünfte, die Sommer in freiberuflicher Tätigkeit erzielt hatte. Die einzelnen Beträge lägen in einer Größenordnung zwischen 3000 Euro und 120.000 Euro.

Die Zeit bestätigte die Anklage und sprach von einer „Steuerverkürzung“, der sich die der Top-Journalist schuldig gemacht habe.

Theo Sommers Begründung: „Aus Schusseligkeit oder Schlamperei habe ich es über mehrere Jahre versäumt, eine einzige Einkommensquelle anzugeben. Das war eine Torheit, die ich bereue“, sagte er dem Abendblatt. Er habe mittlerweile die gesamte Steuerschuld bezahlt, „und zwar unter Inkaufnahme großer Opfer für meine Altersversorgung und die meiner Frau“. Sommer: „Ich habe aus der Sache meine Lehre gezogen und kann nur wünschen, dass auch andere sie beherzigen.“ Er habe sich immer in erster Linie um seine schriftstellerische Tätigkeit gekümmert, nicht um seine Finanzen: „In den wenigen Jahren, um die es hier geht, habe ich fünf Bücher geschrieben. Deren Abfassung hat mich bis spät in die Nacht beschäftigt.

Sommer beeilte sich jedoch, auf einen anderen Steuerhinterzieher hinzuweisen – und sich zu distanzieren: „Ich bin kein Uli Hoeneß. Ich habe nie spekuliert, ich hatte nie Auslandskonten und habe nie Geld verschoben.“ Hoeneß soll über ein Konto in der Schweiz 3,2 Millionen Euro hinterzogen haben.

Sommer muss am kommenden Mittwoch vor vor einem Schöffengericht verantworten. Juristen interpretieren diese Ansetzung als ein Indiz, dass die Staatsanwaltschaft den Fall Sommer nicht als ein Bagatelldelikt ansieht, welches durch einen Deal aus der Welt geschafft werden könne.

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