Haushalts-Loch: Griechische Banken sollen höhere Risiken eingehen

Die griechische Regierung will erreichen, dass die Banken des Landes weniger Geld zur Absicherung fauler Kredite zurücklegen müssen. Dadurch frei werdende Gelder aus dem Banken-Rettungsschirm sollen genutzt werden, um das griechische Haushaltsloch zu stopfen.

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Finanzminister Wolfgang Schäuble prüft regelmäßig die Sparauflagen in Griechenland. (Foto: Consilium)

Finanzminister Wolfgang Schäuble prüft regelmäßig die Sparauflagen in Griechenland. (Foto: Consilium)

Griechenland will Finanzkreisen zufolge mit Geld aus dem Banken-Rettungsschirm ein Loch im Staatshaushalt stopfen. Deshalb verhandle man mit den internationalen Geldgebern darüber, die Kapitalvorgaben für griechische Banken zu lockern, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem Banker, der mit der Situation vertraut ist.

Es gehe um das Kapital, das die vier größten Institute zur Seite legen müssten, um faule Kredite auszugleichen. Die Regierung in Athen wolle, dass die harte Kernkapitalquote (Core Tier-1) von 9 auf 8 Prozent gesenkt wird, sagte der Insider.

Ein Vertreter des Finanzministeriums sagte, dass übrig bleibende Gelder aus dem Rettungstopf für die Banken dafür genutzt werden sollten, um die Finanzierungslücke des Staates zu minimieren. Der IWF schätzt das Haushaltsloch für 2014 und 2015 auf rund elf Milliarden Euro.

Mit diesem Finanz-Trick könnten weitere deutsche Hilfsgelder in Griechenland versickern, nachdem kürzlich bekannt wurde, dass die griechische Postbank in den vergangenen Jahren Kredite ohne Garantien an Unternehmen vergeben hat. Der frühere Manager der Bank wurde festgenommen (mehr hier).

Neben dem IWF und der EU-Kommission gehört auch noch die EZB zur Troika, die die Umsetzung der Sparauflagen in Griechenland überprüft, die im Gegenzug für die internationalen Finanzhilfen vereinbart wurden.

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