Studie: Europa droht eine Immobilen-Blase

Am europäischen Immobilienmarkt bildet sich eine Blase, wie Analysten von PwC feststellen. Die große Nachfrage ausländischer Investoren habe zu einem unbegründeten Boom geführt. München, Hamburg und Berlin gehören zu den Städten mit den stärksten Preisanstiegen.

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In Europa bildet sich derzeit eine Blase an den Immobilienmärkten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von PriceWaterhouseCoopers (PwC) und dem Urban Land Institute (ULI). Am stärksten überhitzt sei der Markt in Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Sollte dieser Trend anhalten, drohe die Blase zu platzen, sagen die Autoren der Studie.

PwC und ULI haben 500 internationale Experten zu Immobilien-Investments in Europa befragt. Bei der Ertragseinschätzung schob sich Dublin von Platz 20 im Vorjahr auf den zweiten Platz vor. Auf dem ersten Platz liegt München. Hamburg belegt den dritten Rang, gefolgt von Berlin, London, Zürich und Istanbul.

Immobilien in Innenstadtlagen in Metropolen wie in London, Paris und München seien überbewertet, sagen sechs von zehn professionellen Investoren in der Studie aus. Attraktive Objekte seien immer schwerer zu finden, weshalb sie häufig auf die Randgebiete der großen Städte ausweichen. Zudem zeige die schnelle Erholung der Märkte in Irland und Spanien, dass Investoren auf der Suche nach attraktiven Immobilien vermehrt in risikoreiche Märkte drängen.

Die Studie weist darauf hin, dass Investitionen in Gewerbeimmobilien seit der Krise ein neues Maximum erreicht haben. Im dritten Quartal des vorigen Jahres wurde ein Anstieg der Investitionen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt.  Investoren würden in Zeiten historisch niedriger Zinsen und unsicherer Finanzmärkte nach stabilen Anlagemöglichkeiten suchen, so die Autoren der Studie.

Die Bundesbank warnte bereits mehrfach vor einer Blasenbildung am deutschen Immobilienmarkt. So errechnete sie einen Preisanstieg von Immobilien in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf von 25 Prozent seit 2010. In diesen Städten seien Wohnungen um bis zu 20 Prozent zu hoch bewertet (mehr hier).

Jeder zweite Investor in der PwC-Studie rechnet mit einer Ausweitung der Kreditfinanzierung durch Banken. Ein Immobilienkauf zu Zeiten niedriger Zinsen stelle für viele Privatpersonen eine große Verlockung dar. Doch auch Verbraucherschützer warnen vor einer Überhitzung des Markts. Steigende Zinsen und eine beginnende Deflation könnten viele Käufer schnell an ihre finanziellen Grenzen bringen (hier).

Schulden wiegen in einem deflationären Umfeld besonders schwer und können real sogar an Wert gewinnen, während Preise und Löhne fallen. Dies ist für Wohneigentümer, die sich bei der Bank mit Hypotheken-Krediten zur Finanzierung einer Immobilie verschuldet haben, doppelt negativ. Während der Wert ihrer Häuser und Wohnungen sinkt, steigt gleichzeitig der Wert ihrer Schulden (hier).

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