Fukushima: Strahlung übersteigt Grenzwert um 700 Prozent

Die Strahlenwerte in Fukushima erreichen das Achtfache des festgelegten Grenzwerts. Tepco vermutet als Grund die starke Abstrahlung der Wasser-Tanks, in denen das radioaktive Grundwasser lagert. Zudem entdeckte die Firma ein Leck an Reaktor 3, aus dem große Mengen radioaktives Wasser austreten.

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Die Strahlenwerte in der AKW-Ruine von Fukushima erreichen mittlerweile das 8-fache des festgelegten Grenzwerts von 1 Millisievert pro Jahr. Für den südlichen Teil der Atom-Ruine wurde die Strahlenbelastung im Dezember auf 8 Millisievert pro Jahr geschätzt, sagten Mitarbeiter von Tokyo Electric Power Co. (Tepco). Dort befinden sich die meisten der großen Wassertanks, in denen Tepco das kontaminierte Grundwasser lagert.

Im Zuge der Stilllegung des AKW legte die japanische Regierung einen maximalen Grenzwert von 1 Millisievert pro Jahr fest. Dadurch sollen die negativen Effekte auf die direkte Umwelt der AKW-Ruine minimiert werden.

Tepco vermutet, dass die erhöhte Belastung auf Röntgenstrahlung zurückzuführen ist, wie die japanische Zeitung Asahi Shimbun berichtet. Das Wasser in den Tanks ist mit Strontium-90 belastet und produziert erhöhte Beta-Strahlung. Diese reagiere mit dem Metall in der Ummantelung der Tanks und erzeuge dabei die deutlich stärkeren Röntgenstrahlen.

Aufgrund der wiederholten Vorfälle mit erhöhter Strahlung hat die japanische Nuclear Regulation Authority (NRA) zusätzliche Messgeräte in der Umgebung um das Kraftwerk installiert. Die Geräte wurden am 10. Januar in Betrieb genommen und führen alle zehn Minuten eine Messung in 0,5 bis 1 Meter Höhe durch. Die Messdaten können auf der Webseite der NRA eingesehen werden.

Zudem entdeckten Tepco-Mitarbeiter ein weiteres Leck an Reaktor 3. Bei einer Erkundung mit einem Roboter stießen sie auf ein Loch von der Größe eines Fußes, aus dem konstant radioaktiv-verseuchtes Wasser austritt. Dies berichtet Bloomberg und bezieht sich dabei auf eine Sprecherin des Unternehmens.

Im Reaktorgebäude 3 wurde eine erhöhte Beta-Strahlung von 24 Millionen Becquerels im Wasser gemessen. Das Wasser hatte eine Temperatur von 20 Grad Celsius im Vergleich zu den 7 Grad Celsius Lufttemperatur, wie das Unternehmen mitteilte. Im selben Reaktor fand am 11. März 2011 eine Kernschmelze statt. Durch das Leck strömt vermehrt Grundwasser in den Sicherheitsbehälter ein, gerät in Kontakt mit dem geschmolzenen Kernmaterial und tritt wieder aus.

Tepco kämpft weiterhin mit dem radioaktiv-verseuchtem Grundwasser. Etwa 300 Tonnen davon fließen jeden Tag unkontrolliert in den Pazifik (mehr hier). Die Folgen für das Ökosystem Pazifik sind verheerend. Mittlerweile erreicht die radioaktive Welle sogar die Westküste der USA (hier und hier).

 

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