Von der Leyen will deutsche Mali-Truppe aufstocken

Verteidigungsministerin von der Leyen will bis zu 250 Mann nach Zentralafrika schicken. Das erwarteten die Verbündeten, vor allem Frankreich. Wenn Deutschland sich weiter zurückhalte, dann komme Europa „im Spiel der globalen Kräfte nicht voran“, so von der Leyen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen prüft eine Erweiterung der Bundeswehr-Aktivitäten in Mali.

„Derzeit liegt die Mandatsobergrenze bei 180 Mann, 99 Soldaten sind vor Ort. Dieses Engagement könnten wir verstärken, das erwarten auch unsere Verbündeten, allen voran die französische Regierung“, sagte die CDU-Politikerin dem Spiegel laut Vorabbericht vom Sonntag. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Mandat auf bis zu 250 Mann aufgestockt wird.“

Zugleich stellte von der Leyen in Aussicht, den EU-Einsatz in Zentralafrika mit einem Lazarett-Airbus zu unterstützen. Die EU-Außenminister hatten kürzlich die Entsendung von bis zu 1.000 Soldaten in das krisengeschüttelte Land beschlossen, in dem nach Einschätzung der UN ein Völkermord droht.

„Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, schon allein aus humanitären Gründen“, begründete die Verteidigungsministerin ihre Haltung.

Von der Leyen plädierte für eine Zusammenarbeit auf EU-Ebene und Verteilung der Aufgaben: „Europa kommt im Spiel der globalen Kräfte nicht voran, wenn die einen sich immer dezent zurückhalten, wenn es um militärische Einsätze geht, und die anderen unabgestimmt nach vorne stürmen.“ Sie ergänzte, dass Deutschland im Rahmen der Bündnisse mehr internationale Verantwortung übernehmen müsse.

Frankreichs Eingreifen in der Ex-Kolonie hat wirtschaftliche Gründe. Chinas Einfluss auf die Ausbeutung der Rohstoffe und Edelsteine des Landes soll zurückgedrängt werden (mehr hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick