Handelskette Strauss: Drohende Insolvenz gefährdet 1.400 Mitarbeiter

Der Einzelhandelskette Strauss Innovation droht die Insolvenz. 1.400 Arbeitsplätze sind von der Pleite bedroht. Das Unternehmen versucht sich dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen und hat nun drei Monate Zeit für eine Sanierung.

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Die Einzelhandelskette Strauss Innovation mit rund 1.400 Mitarbeitern schreibt tiefrote Zahlen und sucht nun Schutz vor ihren Gläubigern. Die Strauss Innovation und die Strauss Logistik hätten eine „Anwendung des Schutzschirmverfahrens“ beantragt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Düsseldorf am Donnerstag. Das Gericht werde dieses Verfahren nun prüfen, das Strauss drei Monate Aufschub vor einer drohenden Pleite geben soll. Das Unternehmen will in dieser Zeit sein Überleben sichern: Strauss solle auf eine „gesunde Basis“ gestellt werden, sagte Geschäftsführerin Paula Minowa.

Eigentümer der Kette ist der Finanzinvestor Sun Capital Partners. Dieser hatte in einem prominenten Fall in Deutschland zuletzt kein glückliches Händchen: Der Versandhändler Neckermann war unter seiner Regie in die Insolvenz geschlittert. Strauss betreibt bundesweit noch 96 Filialen, den Großteil davon in Nordrhein-Westfalen. Die Kette bietet vor allem Mode, Möbel und Lebensmittel wie Weine oder Süßigkeiten an. Sun Capital Partners hatte vor zwei Jahren die Kette vom Finanzinvestor EQT übernommen. EQT hatte Strauss im Krisenjahr 2008 erworben und dem defizitären Unternehmen einen Schrumpfkurs verordnet.

Auch Strauss hatte zuletzt unter Wetterkapriolen und vor allem dem milden Winter gelitten, der den Verkauf von Winterkleidung gebremst hatte. Diesen Effekt hatten auch die deutlich größeren Warenhausketten Kaufhof und Karstadt beklagt. Strauss musste mit Rabattaktionen reagieren, die Preise gerieten deutlich unter Druck. Schließlich habe die Kette für das vergangene Geschäftsjahr einen „signifikanten Verlust“ verzeichnet, räumte das Unternehmen ein. Nun soll im Zuge des Schutzschirmverfahrens „ein Plan zur Sanierung des Unternehmens“ ausgearbeitet werden, erklärte die Handelskette.

Das Schutzschirmverfahren ist eine Art Vorstufe zur Insolvenz. Es gibt Unternehmen, die noch nicht zahlungsunfähig sind, denen aber die Pleite droht, drei Monate Zeit, sich ohne Zugriff der Gläubiger zu sanieren. Die Geschäfte werden in dieser Zeit fortgeführt, die Läden bleiben geöffnet. Nach Ablauf der Frist muss das Gericht über eine Insolvenz entscheiden.

Im deutschen Einzelhandel, der von hartem Preiswettbewerb und der Konkurrenz durch boomende Internet-Händler gekennzeichneten ist, war es in den vergangenen Jahren mehrfach zu größeren Pleiten gekommen. Im vergangenen Jahr waren die Rettungsbemühungen für den Baumarktkonzern Praktiker gescheitert, 2012 war die Drogeriekette Schlecker in die Pleite geschlittert (mehr hier).

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