Goldman Sachs greift nach Energie-Versorgung in Dänemark

Das dänische Parlament hat am Donnerstag einen umstrittenen Verkauf eines Anteils des Energieversorgers Dong genehmigt. Zuvor waren die Linken aus Protest gegen die Deal aus der Koalition ausgestiegen. Hunderttausende Dänen hatten eine Petition gegen den Deal unterschrieben, der Goldman weitgehende Kontrollrechte an der dänischen Energieversorgung einräumt.

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Das dänische Parlament hat am Donnerstag mit knapper Mehrheit dem Verkauf von 19 Prozent am Energieversorger Dong zugestimmt. Der Kaufpreis soll 1,07 Milliarden Euro betragen – Geld, das das schuldengeplagte Dänemark dringend für seine leeren Staatskassen benötigt. Die Anteile wurden an ein Investment-Vehikel von Goldman Sachs verkauft, welches seinen Sitz auf den Cayman Inseln und in Delaware hat. Dadurch entgehen dem dänischen Steuerzahler erhebliche Steuergelder. Goldman sagte, dass das Unternehmen nie eigene Gesellschaften in Ländern errichtet, in denen man investiert.

Der Verkauf hat in der dänischen Politik ein mittleres Erdbeben ausgelöst: Die Linke (Sozialistische Volkspartei), bisher Mitglied in der von Helle Thorning-Schmidt geführten sozialdemokratischen Regierung, ist aus der Koalition ausgeschieden, weil die Partei den Ausverkauf an eine US-Investmentbank ablehnt. Thorning-Schmidt will nun mit den Sozialliberalen allein weiterregieren.

Über 200.000 Dänen hatten eine Petition gegen den Deal unterschrieben – in einem 5 Millionen-Land eine beachtliche Anzahl.

Der Deal zeigt, dass die Investment-Banken immer stärker auf realwirtschaftliche Unternehmen setzen und die Schulden-Krise in Europa nutzen wollen, um an wertvolle Assets zu kommen.

Goldman hat in dem Vertrag ein Veto-Recht in wichtigen Unternehmensentscheidungen zugestanden bekommen: Damit kann Goldman unter anderem bei der Besetzung des Top-Managements ein entscheidendes Wort mitreden.

Es wird erwartet, dass Goldman Druck auf das Management ausüben wird, um die Profitabilität des Unternehmens zu trimmen. Das größte Geschäft machen Investment-Banken nämlich nicht mit der verantwortungsbewussten Führung und Entwicklung eines Unternehmens, sondern mit dem Kauf- und Verkauf von Anteilen.

Es ist vorstellbar, dass Goldman seine Anteile zu einem späteren Zeitpunkt an einen strategischen Investor weiterreicht. Dafür kommen unter anderem die Chinesen in Frage, die bereits in Großbritannien (Wasser) und Portugal (Energie) an Versorgungsunternehmen beteiligt sind.


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