Hartz-IV: Arbeitsagentur übertreibt bei Zahl der Aufstocker

In Deutschland sind ein Drittel weniger Vollzeitbeschäftigte auf eine Hartz-IV-Aufstockung angewiesen als bisher angenommen. Bei den alleinstehenden Aufstockern muss die Zahl sogar um 41 Prozent nach unten korrigiert werden.

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Die Arbeitsagentur hat sich bei den vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern, sind auf Hartz-IV-Aufstockung angewiesen sind, um rund ein Drittel verschätzt. Bei allein lebenden Vollzeitbeschäftigten muss die Zahl um 41 Prozent nach unten korrigiert werden. Eine entsprechende Statistik wurde revidiert, berichtet die FAZ.

Insgesamt sind laut FAZ nur 218.000 Personen Aufstocker, rund 113.000 weniger als in der offiziellen Statistik. Ihr Anteil beträgt nur 16,6 Prozent statt 26,3 Prozent. Die alleinstehenden Vollzeitbeschäftigten machen demnach nur 3,9 Prozent der erwerbstätigen Aufstocker aus, statt 6,4 Prozent wie bisher vermutet. Die FAZ beruft sich bei ihren Zahlen auf eine „Hintergrundinformation“, die der Zeitung vorliegt.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte diese Woche folgende Zahlen:

„Die Zahlen zeigen die differenzierte Lage der „Aufstocker“: Unter den rund 1,3 Millionen Menschen sind rund 350.000 Paare mit Kindern, knapp über 200.000 sind Alleinerziehende mit Kindern. Bei diesen Fällen kann man davon ausgehen, dass die aufstockenden Leistungen zumeist wegen der Kinder, oftmals verbunden mit Teilzeit, notwendig sind.

Rund 230.000 Aufstocker verdienen zwischen 450 und 850 Euro im Monat, rund 170.000 zwischen 850 und 1.200 Euro im Monat – dabei dürfte es sich überwiegend um Teilzeitkräfte handeln. Knapp 150.000 verdienen über 1.200 Euro. Rund 650.000 Menschen, die aufstockende Leistungen beziehen, sind in Mini-Jobs (maximal 450 Euro pro Monat)“, so die Bundesagentur für Arbeit in einer aktuellen Aussendung.

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