Japaner übernehmen deutsches Bosch-Werk und entlassen die Mitarbeiter

Für einen Euro geht die Bosch-Solartochter Aleo mit Sitz in Prenzlau an ein asiatisches Joint Venture. Zuvor hat Bosch seine Tochter mit 31 Millionen Euro ausgestattet, um den Verkauf zu ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter wird entlassen.

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Ausgestattet mit einer millionenschweren Mitgift hat der Industriekonzern Bosch seine defizitäre Solartochter Aleo losgeschlagen. Ein unter SCP Solar firmierendes asiatisches Joint Venture übernehme für einen symbolischen Preis von einem Euro den wesentlichen Teil des operativen Geschäfts inklusive des Modulwerks im brandenburgischen Prenzlau, teilte Aleo am Mittwoch mit. Um SCP die Übernahme schmackhaft zu machen, zahle Aleo zehn Millionen Euro. Bosch wiederum statte Aleo mit 31 Millionen Euro aus, um den Verkauf über die Bühne zu bringen und die restlichen Geschäftsteile zu liquidieren.

Mehr als 500 Mitarbeiter werden indes ihre Arbeit verlieren, da SCP lediglich 200 Beschäftigten eine Stelle anbieten wolle. Der Verkauf soll bis Ende April unter Dach und Fach gebracht werden. „Mit SCP haben wir einen Investor gefunden, der ein tragfähiges Konzept und eine langfristige Orientierung bietet“, beteuerte Aleo-Chef York zu Putlitz.

Hinter SCP stehen die Anteilseigner Sunrise Global Solar aus Taiwan, Choshu Industry aus Japan und die britische Investmentfirma Pan Asia Solar. Deren Oberhaupt ist Ted Szpitalak, im Vorstand der Sunrise und Mitbegründer der chinesischen Solarkonzerne Ja Solar und Suntech.

Bosch hatte sich in den vergangenen Jahren mit Milliardenaufwand seine Solarsparte zusammengekauft – neben Aleo Solar etwa auch die einst börsennotierte Ersol. Der Preisverfall sorgte aber in dem Geschäft für hohe Verluste und infolge dessen zu Milliarden-Abschreibungen bei Bosch. Im Frühjahr 2013 verabschiedete sich der Industriekonzern von der Solarsparte und hat inzwischen seine Thüringer Solarwerke mit 800 Mitarbeitern an die ums Überleben ringende Solarworld abgegeben.

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