Deutsche Bank: Wir haben ein globales Schulden-Monster geschaffen

Die Zentralbanken werden ihren Kurs des massiven Gelddruckens und der Niedrigzinsen fortsetzen, erwartet der Chef-Stratege der Deutschen Bank. So vergrößern sie auch künftig das „globale Schulden-Monster“. Die Finanzmärkte sind von den immer größeren Rettungs-Maßnahmen abhängig.

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Jim Reid, Chef-Stratege der Deutschen Bank, erwartet für 2014 steigende Börsenkurse. Denn die Zentralbanken müssen ihren Kurs des Gelddruckens und der Niedrigzinsen fortsetzen. Nur so kann ein Platzen der Schuldenblase noch aufgeschoben werden.

Reid hält die aktuelle Entwicklung in China für entscheidend, wo die Schuldenblase am größten gewachsen ist. Das BIP Chinas liegt bei 9 Billionen Dollar, zitiert Zero Hedge den Deutsche-Bank-Strategen. Dennoch muss das Land ein Investment-Produkt von 500 Millionen Dollar retten, weil an den Finanzmärkten sonst eine Panik ausbrechen könnte.

„Das ist nun seit 10 bis 15 Jahren ein Dauerthema auf den globalen Finanzmärkten vor allem in der entwickelten Welt, aber seit der Finanzkrise auch in den Schwellenländern. Wir haben ein globales Schulden-Monster geschaffen, das jetzt so groß und so notwendig für das Finanzsystem und für die Wirtschaft ist, dass Insolvenzen durch über-aggressive Maßnahmen immer mehr gering gehalten wurden. Es ist jetzt wohl zu spät, den Kurs zu ändern, ohne gewaltige Konsequenzen auszulösen.“

Anfang des Jahrtausends wurden große Konzerne gerettet, Ende des ersten Jahrzehnts die Banken und kürzlich ganze Staaten, so Reid. „Es ist viele Jahre her, dass der freie Markt über das Schicksal von Schulden-Märkten entschieden hat, und die Bailouts mussten immer größer werden.“ Diese Abhängigkeit der Finanzmärkte von immer stärkeren Rettungsmaßnahmen hält Reid nicht für negativ.

„Das kling negativ, doch in der Realität heißt das für uns, dass die Zentralbanken keine Wahl haben, außer die hohen Unterstützungsmaßnahmen für die Märkte auf absehbare Zeit aufrechtzuerhalten, und Insolvenzen werden künstlich niedriggehalten. Daher bleiben wir optimistisch für 2014.”

Reid ist optimistisch, weil die Zentralbanken im Augenblick „gefangen“ sind und nicht weil das globale Finanzsystem schnell heilen würde. Für 2014 seien sowohl die Schwellenländer als auch die Politik der US-Zentralbank „sehr wichtig“. Entscheidend ist dabei, ob und in welchem Umfang die Federal Reserve ihre monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Krediten (QE) verringert.

„Wenn die US-Wirtschaft die einzige auf der Welt wäre, dann könnte man [die Ankäufe] ohne größere Folgen verringern. Doch die Welt ist auf die US-Geldpolitik fixiert, und gewaltige Kapitalflüsse geschehen unter dem Einfluss von QE und der Nullzins-Politik. (…) Wir haben den Verdacht, dass die Fed das globale Monster anerkennen muss, das sie im Verlauf der Jahre mit geschaffen hat.“

Offenbar zweifelt Reid daran, dass die Fed ihre Anleihekäufe tatsächlich zurückfahren wird. Stattdessen könnte der Bailout der Finanzmärkte noch verstärkt werden.

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