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Fukushima: Tepco findet geschmolzene Brennstäbe in Atom-Ruine nicht

Die Zeit in Fukushima drängt: Die Skandal-Firma Tepco kann die Ruine nicht stabilisieren. So fließen Millionen Liter radioaktives Wasser in den Pazifik. Nun will Tepco mit Hilfe von kosmischen Strahlen die kaputten Brennstäbe finden.

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Die Firma Tepco ist offenbar am Ende ihrer Weisheiten bei der Behebung der Atom-Katastrophe von Fukushima. In ihrer Ratlosigkeit, wie die Firma die kaputten Brennstäbe finden soll, hofft Tepco nun auf ein Wunder. Mit kosmischer Strahlung wollen die „Experten“ die Brennstäbe finden.

Ein wenig vertrauenerweckendes Manöver angesichts der Brisanz der Lage in Fukushima.

Tatsächlich zeigt die Idee, dass Tepco mit seinem Latein am Ende ist und zu immer obskureren Mitteln greifen muss, um die Lage in den Griff zu bekommen – und das mit einer Technologie, von der die Atom-Lobby seit Jahr und Tag behauptet, sie sei die sicherste der Welt.

Japanische Wissenschaftler haben nun angeblich eine Methode entwickelt, um den geschmolzenen Brennstoff Corium in den Fukushima-Reaktoren zu lokalisieren. In drei von vier Reaktoren fand am 11. März 2011 eine Kernschmelze statt. Seitdem machen es die extrem-hohen Strahlenwerte den Arbeitern von Tokyo Electric Power Co (Tepco) unmöglich, den genauen Ort und Zustand des Materials zu bestimmen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der High Energy Accelerator Research Organization (KEK) unter der Leitung von Fumihiko Takasaki entwickelte die Methode, wie Asahi berichtet. Das Verfahren macht ein Betreten der Reaktoren dabei unnötig. Stattdessen bedienen sich die Wissenschaftler kosmischer Strahlung, um das Corium von außerhalb des Reaktors zu lokalisieren. Das Prinzip ist seit den 60ern bekannt und wurde bisher zur Kartographierung von Vulkanen eingesetzt.

Winzige Elementarteilchen, sogenannten Myonen, besitzen die Fähigkeit, durch Feststoffe und Lebewesen hindurchzufliegen. Kommen sie jedoch mit schweren Elementen wie Uran in Kontakt, werden sie gestreut oder sogar gestoppt. Nach dem Vorbild der Röntgenaufnahmen können so „Fotografien“ angelegt werden, die die genaue Position des Kernmaterials wiedergeben.  Die Forscher führten bereits erfolgreiche Langzeit-Tests mit dieser Methode am Tokai Nr. 2 Atomkraftwerk (AKW) durch. Dazu stellten sie zwischen Februar 2012 und Dezember 2013 Myonen-Sensoren rund um das Reaktorgebäude auf und erstellten dadurch drei-dimensionale Bilder. Darauf erkennt man die Sicherheitsbehälter, das Abklingbecken und den Umfang der gelagerten Brennelemente.

Der Rettungs-Versuch mit der kosmischen Strahlung scheint indessen nur ein Ablenkungsmanöver von Tepco zu sein.

Tepco und die japanische Regierung planen das Kernmaterial aus den drei Reaktoren nämlich erst im Jahr 2020 herauszuholen, um das AKW stilllegen zu können. Doch neueste Strahlenwerte des Grundwassers zeigen, dass es bis dahin zu spät sein könnte. Demnach ist die Belastung in manchen Bereichen auf 1,7 Millionen Becquerel pro Liter angestiegen. Andere Proben waren „Nicht mehr auf der Mess-Skala“, weil ihre Verseuchung durch Strontium-90 zu stark war. Einige der Reaktorbehälter weisen große Risse auf. Tepco meldete erst kürzlich ein großes Leck an Reaktor 3. Durch das Leck strömt vermehrt Grundwasser in den Sicherheitsbehälter ein, gerät in Kontakt mit dem geschmolzenen Kernmaterial und tritt wieder aus (mehr hier).

Durch Risse und Lecks tritt verseuchtes Wasser unkontrolliert aus den Reaktorbehältern aus. (Foto: Tepco)

Durch Risse und Lecks tritt verseuchtes Wasser unkontrolliert aus den Reaktorbehältern aus. (Foto: Tepco)

In Fukushima stehen die Forscher zudem vor einem schwerwiegenden Problem. Ein Teil des geschmolzenen Coriums könnte in Richtung der Untergeschosse gelaufen sein. Um es dort zu lokalisieren, müssten die Myonen-Sensoren, die jeder etwa 800 Kilogramm schwer und 140.000 Euro teuer sind, tief in die Erde außerhalb des Reaktors eingegraben werden. Und die Zeit drängt. Das geschmolzene Kernmaterial erreicht enorm hohe Temperaturen und droht sich durch den Boden des Reaktors zu brennen.

„Das geschmolzene Kernmaterial setzt gewaltige Temperaturen frei und erhitzt so den Boden des Reaktors. Ob die Tragödie geschieht, dass sich der Brennstoff durch den Boden brennt, ist unklar“, sagte Natalia Manzurova in einem Vortrag auf der Global Green USA. Manzurova ist russische Kern-Physikerin und war Teil der Aufräumarbeiten in Tschernobyl. Sie vergleicht die dramatische Situation in Tschernobyl mit der Katastrophe von Fukushima.

„Für 24 Stunden stand die Welt damals am Rande einer riesigen Katastrophe. Denn der Reaktor war zwar von oben versiegelt, aber er drohte sich unten durch den Boden zu brennen. Wenn der Reaktor durch den Boden gebrannt wäre, dann hätte die enorme Radioaktivität sich im Grundwasser verbreitet und wäre um die ganze Welt verbreitet worden“, sagte Manzurova.

„Damit das nicht geschieht, haben russische Bergleute Tunnel unter dem Reaktor gegraben. Sie haben ihr Leben geopfert und die Tunnel mit Zement gefüllt, damit der Reaktor von unten verschlossen ist“, so Manzurova.

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Juncker will Putin treffen: EU versucht Annäherung an Russland
Juncker will Putin treffen: EU versucht Annäherung an Russland
EU-Präsident Juncker möchte gerne den russischen Präsidenten Putin treffen. Offenbar will die EU-Kommission zeigen, dass sie eine eigenständige Außenpolitik zu führen gewillt ist. Das wäre zwar erfreulich - doch haben die Amerikaner bereits klargemacht, dass die Sanktionen aufrecht bleiben sollen.…
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EU-Präsident Juncker mit Bundeskanzlerin Merkel. (Foto: dpa)

EU-Präsident Juncker mit Bundeskanzlerin Merkel. (Foto: dpa)

Kurz vor der Entscheidung über die Verlängerung der EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts reist Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Russland. Juncker werde am 16. Juni am Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt-Petersburg teilnehmen, sagte ein Sprecher am Montag in Brüssel. Juncker werde die Gelegenheit nutzen, um Europas Haltung „zum derzeitigen Stand der EU-Russland-Beziehungen zu übermitteln“, berichtet die AFP. Der EUObserver schreibt, dass es noch keinen Termin mit Putin gäbe, es jedoch „offensichtlich“ so wäre, dass Juncker Putin trifft, wenn bei in St. Petersburg sind,

Der Besuch des Wirtschaftsforums in St. Petersburg ist zwar unzweifelhaft ein Zeichen der Aufwertung Russlands – nach der von den USA vorangetriebenen Isolierung Russlands hatte es kein europäischer Politiker gewagt, dorthin zu fahren. Die wenigen Wirtschaftsführer wie der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder wurden wegen ihrer Teilnahme als „Putin-Versteher“ verunglimpft.

Doch mehr als eine Geste ist der Besuch nach heutigem Stand nicht. Er soll offenbar dazu dienen, dern Europäern das Gefühl einer eigenständigen Außenpolitik zu geben. Dass der Besuch eine neue Haltung im Hinblick auf die Sanktionen signalisieren könnte, scheint angesichts der realen geopolitischen Kräfteverhältnisse unwahrscheinlich:

Beim G7-Gipfel hatten die Amerikaner die Verbündeten – allen voran Angela Merkel – auf eine Verlängerung der Sanktionen eingeschworen. Mit Blick auf die Debatte um die Wirtschaftssanktionen gegen Russland verwies der EU-Sprecher daher auch auf die Erklärung des G7-Gipfels in Japan. Dieser habe bekräftigt, dass die Geltungsdauer mit der vollständigen Umsetzung des Minsker Friedensabkommens und der Respektierung der Souveränität der Ukraine verknüpft sei, sagte er. Die Kommission sehe nicht, dass der Besuch Junckers dem widerspreche, schließlich sei dies auch die EU-Position.

Die Sanktionen könnten zurückgefahren werden, wenn Moskau die Bedingungen erfülle, erläuterte der Specher die EU-Haltung. Die EU sei aber auch bereit, die Strafmaßnahmen zu verschärfen, falls Russlands Handeln dies erforderlich mache.

Juncker hatte vor einigen Monaten mit einer Aussage aufhorchen lassen, an die viele Beobachter die Hoffnung auf Entspannung geknüpft hatten: „Wir müssen uns um ein brauchbares Verhältnis zu Russland bemühen. Das ist nicht sexy, aber das muss sein. Wir können so nicht weitermachen“, sagte er im Herbst in Passau. Man müsse nicht in vollkommenes Einvernehmen gelangen, aber wieder eine vernünftige Gesprächsbasis etablieren.

„Die Russen sind ein stolzes Volk“, das Land habe „eine Rolle zu spielen“, sagte Juncker: „Man darf sie nicht von der Bildfläche verdrängen, sonst melden sie sich, wie wir gesehen haben, sehr schnell wieder.“ Er kritisierte damals sogar, dass US-Präsident Barack Obama Russland als „Regionalmacht“ abqualifiziert habe. „Man muss Russland anständig behandeln“, erklärte der Luxemburger. „Wir können uns unser Verhältnis zu Russland nicht von Washington diktieren lassen. Das geht nicht.“

Das Problem der EU ist die uneinheitliche Haltung der EU-Staaten bei einer gleichzeitigen mangelnden Vertretung: Beim G7 haben Länder wie Österreich, Ungarn oder Griechenland keine Stimme, sondern werden durch die EU vertreten. Zugleich sitzt Deutschland am Tisch, das seine Außenpolitik unter Angela Merkel weitgehend der US-Linie angepasst hat.

Es ist noch unklar, ob Putin Juncker in St. Petersburg wirklich treffen wird. Moskau verfolgt aktuell die neue Eskalation im Donbass mit Sorge. Die Ernennung des früheren Nato-Generalsekretärs Rasmussen zum ukrainischen Berater hat das Vertrauen des Russen in eine Entspannung im Donbass nicht gestärkt. Die Ukraine wiederum kümmert sich wenig um die internationalen Vereinbarungen und hat erst vor wenigen Tage eine UN-Kommission zum Abbruch ihrer Mission gebracht. Die Kommission wollte Foltervorwürfe untersuchen. Die Einhaltung der Menschenrechte ist zwar nicht ausdrücklich Teil der Minsker Vereinbarungen, sollte jedoch für ein Land mit einem Assoziierungsabkommen mit der EU eine Selbstverständlichkeit sein.

Ungarn meldet Anstieg der Flüchtlinge aus Griechenland
Ungarn meldet Anstieg der Flüchtlinge aus Griechenland
Die Regierung in Ungarn verstärkt die Grenzen zu Serbien. Die Regierung beobachtet einen Anstieg der Flüchtlinge aus Griechenland. Offenbar funktioniert die Schließung der Balkan-Route nicht mehr so wie noch vor einigen Wochen.
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Der ungarische Premier Viktor Orban am Nationalfeiertag. Er verkündet wieder einen Anstieg der Zahl der Flüchtlinge. (Foto: dpa)

Der ungarische Premier Viktor Orban am Nationalfeiertag. (Foto: dpa)

Nach der Räumung des griechischen Flüchtlingslagers Idomeni an der mazedonischen Grenze hat Ungarn mit der Verstärkung seiner Grenzanlagen zu Serbien begonnen. Einige Flüchtlinge hätten sich trotz der Grenzschließungen auf der Balkanroute auf den Weg gemacht, teilte die ungarische Regierung am Montag mit.

Nach der Schließung des Flüchtlingslagers Idomeni hat sich die Zahl der Migranten, die versuchen, den ungarischen Grenzzaun zu überwinden, erhöht“, sagte der Berater des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban, György Bakondi, dem Radiosender Kossuth.

Während vor der Schließung 70 bis 90 Menschen illegal die Grenze überquert hätten, seien es nun 100 bis 150, sagte Bakondi. Der Stacheldrahtzaun sei „nicht ausreichend“ und werde durch „permanente Absperrungen“ ersetzt. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah am Montag auf der serbischen Seite der Grenze 200 bis 250 Menschen, die auf die Einreise nach Ungarn warteten.

Im vergangenen Sommer war Ungarn ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die nach Deutschland und in andere west- und nordeuropäische Länder weiterreisen wollten. Als Konsequenz daraus beschloss die Regierung in Budapest im Herbst, die Grenzen nach Kroatien und Serbien abzuriegeln.

Auch andere Balkanstaaten ließen keine Flüchtlinge mehr passieren, weshalb im griechischen Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze monatelang tausende Flüchtlinge festsaßen. Wegen der unhaltbaren Zustände in dem Lager räumte die griechische Polizei es vergangene Woche und brachte die Bewohner in feste Unterkünfte. Einige Flüchtlinge verließen das Lager jedoch auf eigene Faust und entgingen so der Kontrolle der Behörden.

Österreich arbeitet bereits an einer Verordnung, mit der der Notstand ausgerufen werden kann. In diesem Fall würde das Asylrecht in Österreich faktisch flächendeckend außer Kraft gesetzt werden. Die österreichischen Behörden diskutieren mit den ungarischen Kollegen bereits über die Modalitäten der Abschiebung.

Hier drohen die nächsten Unwetter
Hier drohen die nächsten Unwetter
Nach dem stürmischen Wochenende in Süddeutschland bleibt die Wetterlage kritisch. Während es im Süden zunächst ruhiger wird, muss sich die Bevölkerung im Norden und Osten auf kräftige Gewitter mit Unwettergefahr einstellen. Eine grundlegende Änderung der Großwetterlage ist offenbar auch die nächsten Tage nicht in Sicht.
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Ein Mann schaut sich am 30.05.2016 in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) ein Auto in einer überfluteten Straßenunterführung an. (Foto: dpa)

Ein Mann schaut sich am 30.05.2016 in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) ein Auto in einer überfluteten Straßenunterführung an. (Foto: dpa)

Der Deutsche Wetterdienst hat seine amtlichen Warnungen am Montagnachmittag aktualisiert. Demnach gebe es heute Nachmittag im Norden und Osten vermehrt kräftige Gewitter mit Unwettergefahr. Dabei seien örtlich großer Hagel bzw. starke Hagelansammlungen sowie heftiger Starkregen wahrscheinlich.

Für die Regionen zwischen der deutsch-niederländischen und der deutsch-polnischen Grenze sei eine Vorabinformation vor schweren Gewittern herausgegeben worden. Im Süden des Landes verlaufe der Tag vergleichsweise ruhig, nur vereinzelt entwickelten sich Richtung Alpen und dem Bayerischen Wald Gewitter.

„Am Dienstag entwickeln sich nach einer vormittäglichen Pause erneut teils kräftige Gewitter. Schwerpunkt ist der Nordosten, sprich die Regionen um die Elbe herum sowie nordöstlich davon. Dabei sind auch wieder Unwetter durch Starkregen und/oder Hagel möglich. Auch in Süddeutschland können sich einzelne Gewitter entwickeln, die aber nicht so kräftig ausfallen wie im Nordosten“, so der Deutsche Wetterdienst weiter.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net erklärt im Gespräch mit der Bild:

„Über Deutschland hat sich Tief Elvira festgesetzt, bringt immer neue Unwetter, da kühlere Luftmassen (um die 20 Grad) mit wärmeren (bis 28 Grad) zusammenstoßen. Im Südwesten ist das allerschlimmste wohl vorbei, aber es schauert und regnet dort weiter. Die Unwetter ziehen jetzt weiter gen Norden und Nordosten: Am Montag ist die Region nördlich des Mains betroffen, wo schwere Gewitter drohen.“

Dem Fachmann zufolge bleibe es auch die nächsten fünf bis sieben Tage so. Eine  grundlegende Änderung der Großwetterlage sei nicht in Sicht. In den kommenden Tagen gebe es nur eine kurze Verschnaufpause, so Jung weiter. Ab Mittwoch nehme dann das Unwetterrisiko wieder landesweit deutlich zu.

Die starken Regenfälle am Wochenende haben Teile des Audi-Werkes in Neckarsulm bei Heilbronn unter Wasser gesetzt. „Aufgrund der Situation kann in der Frühschicht nicht produziert werden“, erklärte eine Unternehmenssprecherin am Montag. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Am Standort Neckarsulm beschäftigt Audi mehr als 16.000 Mitarbeiter. Die Volkswagen -Tochter produziert dort unter anderem das wichtige Mittelklassemodell Audi A4.

Baden-Württemberg war von dem Unwetter stark betroffen. Nach Angaben des Innenministeriums des Landes kamen vier Menschen wegen Überschwemmungen ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann in Schwäbisch Gmünd.

Bilderberger Dresden: Bundesregierung ungewöhnlich stark vertreten
Bilderberger Dresden: Bundesregierung ungewöhnlich stark vertreten
Zum Bilderberger-Treffen in Dresden haben sich die Bundesminister Schäuble, de Maizière und von der Leyen angesagt. Es ist ungewöhnlich, dass die Regierung eines Landes derart prominent bei den Bilderbergern auftritt.
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Die Minister Schäuble, de Maizière und von der Leyen nehmen am Bilderberg-Treffen in Dresden sein, Bundesaußenminister Steinmeier will die Veranstaltung lieber aus der Ferne beobachten. (Foto: dpa)

Die Minister Schäuble, de Maizière und von der Leyen nehmen am Bilderberg-Treffen in Dresden sein, Bundesaußenminister Steinmeier will die Veranstaltung lieber aus der Ferne beobachten. (Foto: dpa)

Die Sächsische Zeitung berichtet:

Das niederländische Königshaus gehört als Mitinitiator zu den regelmäßigen Teilnehmern. Deshalb wird über den Besuch von König Willem-Alexander in Dresden spekuliert. Nach SZ-Informationen haben für die Bundesregierung Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble sowie voraussichtlich Innenminister Thomas de Maizière (alle CDU) zugesagt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (beide SPD) wurden ebenfalls eingeladen, sagten aber ab. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nimmt an einem Abendessen teil.

Die Steuerzahler werden einigermaßen tief in die Tasche greifen müssen, um die private Veranstaltung zu schützen. Die SZ:

Die sächsische Polizei bereitet sich mit einem Großeinsatz auf die Bilderberg-Konferenz vom 9. bis 12. Juni in Dresden vor. Zu dem Geheimtreffen werden rund 150 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Finanzwelt erwartet. Aus Sicherheitsgründen errichtet die Polizei einen hohen Zaun auf der Fläche vor dem Hotel Taschenberg-Palais entlang der Sophienstraße, sagte Einsatzleiter René Demmler der SZ. Er bereitet den Einsatz mit einem etwa 30-köpfigen Stab vor.

Gegen TTIP: Gabriel kritisiert Merkel wegen Nähe zu den USA
Gegen TTIP: Gabriel kritisiert Merkel wegen Nähe zu den USA
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel vertreten offenbar unterschiedliche Positionen in Bezug auf das angestrebte TTIP. Der Kurs der Kanzlerin wirke überstürzt und unbedacht. Die SPD werde zudem einem schlechten Abkommen niemals zustimmen, so der SPD-Chef.
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Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Mai 2016 in Meseberg. (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Mai 2016 in Meseberg. (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Freihandels-Verhandlungen der EU mit den USA kritisiert und vor Eile gewarnt. „Es war falsch, dass die Bundeskanzlerin im Überschwang vor dem Obama-Besuch in Deutschland gesagt hat, wir können die Verhandlungen in jedem Fall in diesem Jahr abschließen – und das jetzt nochmal wiederholt hat“, sagte der Vize-Kanzler den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Zeitdruck führe zu einem schlechten Abkommen. Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs warf dem Wirtschaftsminister am Sonntag vor, gegen die Interessen der deutschen Wirtschaft und der Arbeitnehmer zu handeln.

Merkel hatte am Donnerstag beim G7-Gipfel in Japan gesagt, die EU wolle das umstrittene TTIP-Abkommen mit den USA noch in diesem Jahr fertig verhandeln.

Gabriel sagte, es sei unklar, ob es sich überhaupt lohne, mit den USA weiter zu verhandeln. Einem schlechten Abkommen werde die SPD nicht zustimmen: „Ich werde niemals einem Abkommen zustimmen, wenn es bei den intransparenten privaten Schiedsgerichten bleibt.“ Er werde auch keiner Vereinbarung zustimmen, die nicht mindestens den Standards entspreche, die gerade mit Kanada verabredet worden seien, sagte der SPD-Chef.

Der CDU-Politiker Fuchs warf Gabriel vor, er beuge sich wider besserer Überzeugung der Stimmung in seiner Partei, „um diese notdürftig zusammenzuhalten“. Statt die Beziehungen zum wichtigsten Exportmarkt Amerika zu vertiefen, rede Gabriel lieber über die Annäherung zu Russland.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte Anfang Mai umfangreiche TTIP-Verhandlungsunterlagen mit Stand April veröffentlicht, die bislang geheim gehalten worden waren. Darin wurden massive Meinungsverschiedenheiten zwischen Europäern und Amerikanern deutlich, zum Beispiel bei den Umwelt-, Sozial- und Verbraucherschutzrechten, der Marktöffnung oder den Verfahren für eine außergerichtlichen Streitschlichtung von Investoren.

Flüchtlinge kommen wieder: Österreich bereitet Notstand vor
Flüchtlinge kommen wieder: Österreich bereitet Notstand vor
Die österreichische Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an der Einführung des Notstandes: Die Zahlen der Flüchtlinge steigen wieder. Die Regierung will um jeden Preis verhindern, dass die FPÖ weiter Auftrieb erhält.
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Der designierte Bundespräsident Van der Bellen mit dem Amtsinhaber Heinz Fischer. Die Regierung bereitet sich auf einen neuen Notstand vor. (Foto: dpa)

Der designierte Bundespräsident Van der Bellen mit dem Amtsinhaber Heinz Fischer. (Foto: dpa)

Nach dem Wechsel des Bundeskanzlers waren die österreichischen Medien voll des Lobes für den neuen Mann an der Spitze der Regierung. Christian Kern überzeugte mit der Kritik an der bisherigen Regierung. Er sagte, die Parteien hätten „machtversessen und zukunftsvergessen“ agiert. Viele Beobachter konstatierten sogar eine neue „Aufbruchstimmung“. Doch der Erfolg der FPÖ bei der Bundespräsidentenwahl hat die Regierung aufgeschreckt: Die FPÖ erhielt allein fast so viele Stimmen wie der von allen anderen Parteien und den gesellschaftlichen Gruppierungen aus Kunst, Wirtschaft und Kirche unterstützte Grüne Alexander Van der Bellen. Es reichte gerade noch einmal zu einem hauchdünnen Vorsprung – eine in Europa einmalige Entwicklung.

Doch der Aufbruch scheint schon wieder vorüber zu sein. Das zentrale Thema kehrt in die Realität zurück: Der Wiener Standard meldet, dass die Zahlen der Flüchtlinge und Migranten wieder stark steigen. Die geplante Obergrenze von 37.500 scheint nicht zu halten, die Zeitung rechnet mit 50.000 neuen Asylanträgen – und da sind die Sommermonate noch gar nicht besonders berücksichtigt.

Daher laufen laut Standard die Vorbereitungen auf die Ausrufung des Notstandes durch die Regierung. Dazu muss die Regierung eine Verordnung erlassen, mit der faktisch das Asylrecht außer Kraft gesetzt wird. Voraussetzung ist, „dass die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der Schutz der inneren Sicherheit gefährdet sind“. Der Standard schreibt, dass die „involvierten Ministerien bereits Argumente sammeln“, warum dieser Fall ausgerufen werden muss.

Das Vorgehen ist bei Verfassungsjuristen und Menschenrechtsorganisationen höchst umstritten: Denn faktisch können Schutzsuchende ohne Ansehen des Einzelfalls dann abgewiesen werden. Die Bundesregierung verhandelt nach Standard-Aussage bereits mit den Nachbarstaaten, um Flüchtlinge und Migranten ohne Verfahren zurückzuschicken.

Auch der neue Bundeskanzler Kern lässt demnach keinen Zweifel, dass der Notstand ausgerufen werden müsse, wenn die Obergrenze erreicht ist.

Die hektischen Aktivitäten der im ersten Wahlgang bei der Bundesregierung schwer geschlagenen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP haben ihren Grund in einer geradezu panischen Angst vor einem weiteren Zulauf für die FPÖ. Die Partei führt schon jetzt in allen Umfragen. Zahlreiche Vorfälle mit Migranten und Asylbewerbern wurden von den Medien in epischer Breite geschildert, was die Verunsicherung in der Bevölkerung naturgemäß gesteigert hat. Für die Regierungsparteien steht die Abwehr der Flüchtlinge an oberster Stelle, um doch noch in letzter Minute den Machtverlust an die FPÖ zu verhindern.

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