Deutsche Bank will Vergleich im Kirch-Prozess

Die Deutsche Bank strebt erneut einen Vergleich im Kirch-Prozess an. Aufsichtsratschef Paul Achleitner wolle die Sache endlich vom Tisch haben, so ein Insider. Die Familie des Medien-Unternehmers Leo Kirch verklagte die Bank auf Schadenersatz in Milliardenhöhe.

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Die Deutsche Bank denkt offenbar darüber nach, einen Schlussstrich unter den seit mehr als zehn Jahren andauernden Rechtsstreit mit der Familie des Medien-Unternehmers Leo Kirch zu ziehen. Über einen Vergleich der Bank mit den Kirch-Erben werde auf höchster Ebene vermehrt gesprochen, aber noch nicht sehr konkret, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

„Aufsichtsratschef Paul Achleitner will die Sache vom Tisch haben“, sagte einer der Insider. Es sei aber nicht leicht, einen solchen Vergleich gegen die Klagen anderer wasserdicht zu machen. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Anläufe gegeben, einen Vergleich zu erzielen. Bei einem Versuch vor zwei Jahren war es um rund 800 Millionen Euro gegangen. Auch der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung berichteten, dass die Deutsche Bank einen Vergleich prüfe und in Vorstand und Aufsichtsrat darüber gesprochen werde. So könne möglicherweise auch eine Anklage gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen verhindert werden.

Die Kirch-Erben fordern von Deutschlands größtem Geldinstitut Schadenersatz in Milliardenhöhe. Die Bank ist nach Ansicht des Oberlandesgerichts München mitverantwortlich für die Pleite des Medienkonzerns im Jahr 2002. Grund ist ein Interview des damaligen Bankchefs Rolf Breuer, in dem dieser Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit gesät hatte.

Das Institut ist bereits zu Schadenersatz verurteilt worden, um dessen Höhe beide Seiten noch ringen. Die Staatsanwaltschaft, die die Bank wegen des Falls Ende 2012 durchsucht hat, wirft Co-Vorstandschef Fitschen, seinem Vorgänger Josef Ackermann und weiteren ehemaligen Vorständen des Geldhauses vor, im Kirch-Prozess die Unwahrheit gesagt zu haben. Sie ermittelt deshalb wegen Prozessbetrugs.

Die Deutsche Bank hat bereits Rückstellungen im Kirch-Streit gebildet. Der Disput strapaziert auch die Nerven der Investoren, die wiederholt auf ein Ende der Auseinandersetzungen gepocht haben. Co-Chef Fitschen hatte Ende Januar angekündigt, 2014 die größten noch offenen Rechtsstreitigkeiten hinter sich lassen zu wollen: „Dafür werden voraussichtlich weitere Kosten entstehen.“

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