Ukraine: Mindestens sechs Tote bei Protesten

Bei Ausschreitungen sind in Kiew fünf Demonstranten und ein Polizist ums Leben gekommen. Auslöser war der Versuch der Demonstranten, das Parlamentsgebäude zu stürmen. Dabei flogen Steine auf Polizisten und zwei Polizei-Fahrzeuge wurden in Brand gesteckt.

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Bei den schwersten Zusammenstößen zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern seit Wochen sind am Dienstag in der Hauptstadt Kiew mindestens sechs Menschen getötet worden. Ein Reuters-Fotograf sah zwei Leichen nahe einer Metro-Station unweit des Unabhängigkeitsplatzes Maidan. Eine Oppositionsabgeordnete hatte zuvor berichtet, drei tote Demonstranten seien in ein Gebäude des Verteidigungsministeriums nahe dem Parlament gebracht worden.

Die ukrainische Polizei durchbrach einem TV-Bericht zufolge Barrikaden, die Demonstranten in der Nähe des Stadions des Fußballvereins Dynamo Kiew errichtet haben. Sie rückt demnach auf den Unabhängigkeitsplatz vor. In der Nähe des Parlamentsgebäudes lieferten sich Demonstranten und Polizei Straßenschlachten. Nach Angaben der Polizei wurde zudem ein Polizist erschossen.

Die ukrainischen Sicherheitskräfte haben den Demonstranten ein Ultimatum bis Dienstagabend zur Beendigung ihrer Proteste gesetzt. Sollten die Unruhen auf den Straßen nicht bis 17.00 Uhr MEZ beendet sein, „werden wir gezwungen sein, die Ordnung mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln wiederherzustellen“, hieß es in einer im Internet verbreiteten gemeinsamen Erklärung des Innenministeriums und der Sicherheitskräfte.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium die Regierungsgegner aufgefordert, einen am Morgen besetzten Offiziersklub in unmittelbarer Nähe zum Parlament zu räumen. Die Besetzer sollten das Gebäude sofort verlassen und Provokationen vermeiden, die zu einer Verschärfung der Lage führen könnten, hieß es in einer Erklärung auf der Webseite des Ministeriums. In das Gebäude, das nur rund 100 Meter vom Parlament entfernt liegt, wurden nach Angaben eines Oppositionsabgeordneten die Leichen dreier Demonstranten gebracht, die bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet worden seien.

Die Konfrontation zwischen Regierung und ihren Gegnern war nach drei Wochen relativer Ruhe am Morgen wieder eskaliert. Mehrere Tausend Menschen versuchten zum Parlamentsgebäude vorzudringen. Als sie von einer Polizei-Barriere gestoppt wurden, warfen sie Steine auf Polizisten und setzten zwei Polizei-Lastwagen in Brand. Die Sicherheitskräfte feuerten daraufhin Blend- und Rauchgranaten ab. Nach Angaben einer Parlamentsabgeordneten wurden dabei drei Demonstranten getötet. Das Fernsehen sprach von fünf verletzten Demonstranten. Beide Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

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