Fresenius darf Rhön-Kliniken übernehmen

Das Bundeskartellamt erlaubt dem Medizinkonzern Fresenius, von Rhön 40 Kliniken und 13 Versorgungszentren zu übernehmen. Nur in fünf Fällen verhinderten die Behörden den Verkauf. Der Preis liegt bei 3 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen direkt profitieren.

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Das Bundeskartellamt hat den Weg für den bislang größten Zusammenschluss im deutschen Krankenhausmarkt frei gemacht. Die Wettbewerbshüter gaben dem hessischen Medizinkonzern Fresenius am Donnerstag grünes Licht für die 3 Milliarden Euro schwere Übernahme des größten Teils der Rhön-Klinikum-Krankenhäuser.

Die beiden Unternehmen mussten jedoch zuvor einige Zugeständnisse machen. „Wettbewerbliche Bedenken wurden auf vier Krankenhaus-Märkten festgestellt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Bedenken seien im Laufe des Verfahrens ausgeräumt worden.

Insgesamt übernehmen die zum Fresenius-Konzern gehörenden Helios-Kliniken nun 40 Kliniken und 13 medizinische Versorgungszentren von Rhön. Ursprünglich wollte Helios 43 Kliniken und 15 Zentren erwerben.

Um die Bedenken des Kartellamts hinsichtlich fehlender Alternativen für die Patienten vor Ort auszuräumen, nahmen die Unternehmen die Krankenhäuser von Rhön in Boizenburg, Cuxhaven und Waltershausen-Friedrichroda sowie zwei Versorgungszentren von der Verkaufsliste. Zudem verkaufte Fresenius sein Krankenhaus im Gebiet Borna/Zwenkau an die Verwaltungsgesellschaft HCM.

Die von Helios beabsichtigte Netzwerkvereinbarung mit Rhön werde vom Bundeskartellamt gesondert geprüft werden, teilte die Wettbewerbsbehörde mit.

Fresenius will mit seiner Klinik-Tochter Helios im Verbund mit den Rhön-Kliniken einen Krankenhaus-Giganten in Deutschland schaffen. Nach Angaben von Rhön soll der Verkauf größtenteils bis Ende Februar abgeschlossen sein. Die Übertragung von zwei Krankenhäusern und drei Servicegesellschaften hänge noch von der Zustimmung Dritter ab.

Durch den Klinikverkauf schrumpft Rhön gemessen am Umsatz um rund zwei Drittel. Das Unternehmen will sich künftig vor allem auf Kliniken konzentrieren, an denen Spitzenmedizin und universitäre Forschung betrieben werden.

Die Aktionäre sollen direkt vom Verkauf profitieren. Der Erlös soll überwiegend für das Geschäftsjahr 2013 bilanziell wirksam werden. Über die Verwendung der Mittel soll die Hauptversammlung im Juni entscheiden. Ein Großteil der bis zu 1,9 Milliarden Euro könnte an die Aktionäre gehen – vorzugsweise im Wege eines Aktienrückkaufs, teilte Rhön mit.

In der Krankenhausbranche wird seit Monaten spekuliert, wie es mit Rhön nach dem Verkauf weitergeht. Neuer Investor bei Rhön ist die US-Investmentbank Goldman Sachs, die im Januar mit gut drei Prozent einstieg (mehr hier). An eine Übernahme denkt das Geldhaus nach eigener Aussage aber nicht.

Der Krankenhauszulieferer B. Braun hat seinen Anteil an Rhön im November auf mehr als 15 Prozent aufgestockt und angekündigt, weitere Aktien zu kaufen. Auch die Konkurrenten Asklepios und Fresenius sind mit jeweils rund fünf Prozent an Rhön beteiligt.

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