Erziehungs-Maßnahme: Wiener Stadtrat will Kinder ins Gefängnis sperren

Wenn Kinder eine Gefahr für sich oder andere darstellen, sollen sie für einige Tage eingesperrt werden, fordert ein Wiener Stadtrat. Die Kinderhilfe Innsbruck schlägt dafür geschlossene psychiatrische Einrichtungen vor. Dort könne die Sicherheit der Kinder am besten überwacht werden.

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Wiens Jugendstadtrat, Christian Oxonitsch (SPÖ), und die Kinder- und Jugendhilfe in Innsbruck wollen im Extremfall auch Kinder hinter Gitter bringen. Dies sei dann nötig, wenn diese eine Gefahr für sich selbst oder für andere darstellten.

Ein Junge und ein Mädchen aus einer auf Diebstahl spezialisierten Bande landeten vor kurzem in Wien in der U-Haft, berichtet Die Presse. Bei dem Jungen konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ob er schon 14 Jahre alt und damit strafmündig ist. Das Mädchen sitzt noch immer in U-Haft. Erst am 26. Februar steht es erneut als gewerbsmäßige Diebin vor dem Strafrichter.

Bisher war es Tabu, Kinder im Gefängnis einzusperren. Bei unter 14-Jährigen stand die Kinder- und Jugendwohlfahrt im Mittelpunkt. Doch nun sagt Wiens Jugendstadtrat Oxonitsch, er könne sich für Kinder einen „Hausarrest über drei, vier Tage“ vorstellen. Dies bezeichnet er als eine „Form der Grenz-Ziehung“.

Allerdings sollten die Kinder nur dann hinter Gitter, wenn „andere sozialpädagogische Maßnahmen“ nicht greifen, so der Sozialdemokrat. Zudem müsse der Freiheitsentzug durch ein Gericht angeordnet werden. Mögliche Häftlinge wären dann etwa Kinder, welche die körperliche Sicherheit ihrer Sozialarbeiter gefährden.

Auch die Leiterin des Amtes für Kinder- und Jugendhilfe in Innsbruck, Gabriele Herlitschka, kann sich offenbar eine Inhaftierung von Kindern vorstellen. „In bestimmten Fällen würde ich mir wünschen, dass man Kinder beziehungsweise Jugendliche zu ihrem eigenen Schutz ein paar Tage anhalten kann.“ Für solche Zwangsmaßnahmen müsse das Bundesgrundsatzgesetz zur Jugendwohlfahrt geändert werden.

Diese „Anhaltungen“ könnten in geschlossenen psychiatrischen Abteilungen stattfinden, so Amtsleiterin Herlitschka. Die Kinder müssten dort medizinisch und psychologisch überwacht werden. Denn in der Regel seien sie einer Selbstgefährdung ausgesetzt, da die Kinder ein „Problem mit Alkohol und Drogen“ hätten.

Die Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe ist jedoch gegen eine derartige Inhaftierung junger Nordafrikaner, die sich im Drogenhandel betätigen. Diese seien nur „auf der Durchreise“. Daher müsse das Problem anders gelöst werden.

Auch in Deutschland gehört Gewalt gegen Kinder zum Alltag. Fast ein Viertel der Kinder und Jugendlichen wird regelmäßig von Erwachsenen geschlagen. Erschreckend viele Kinder werden so stark geschlagen, dass sie blaue Flecken haben (mehr hier).

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