China-Kollaps bedroht Welt-Wirtschaft

Ein Studie der Société Générale hält es für wahrscheinlich, dass Chinas Wirtschaft dieses Jahr zusammenbricht. Die Auswirkungen für die Weltwirtschaft wären gravierend. Die zweitgrößte Volkswirtschaft kämpft mit Kreditausfällen, Immobilienblasen und Kapitalflucht.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die nächste Weltwirtschaftskrise könnte ihren Ursprung in China finden. Eine Studie der französischen Großbank Société Générale kommt zu dem Schluss, dass der chinesischen Wirtschaft in diesem Jahr der Kollaps droht. Die Bank sieht ein erhöhtes Risiko, dass sich Chinas Wirtschaftswachstum halbiert und die Weltwirtschaft belastet.

Im besten Fall erwarten die Analysten der Société Générale ein Wachstum von 6,9 Prozent in China. Auch das wäre deutlich unter der derzeitigen Rate von 7,7 Prozent. Im schlimmsten Fall rechnen sie mit einem Einbruch auf unter 5 Prozent. Die Autoren der Studie räumen einer solchen „harten Landung“ immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent ein.

Das hätte gravierende Auswirkungen für die Weltwirtschaft, da die chinesische Wirtschaft einen Großteil des weltweiten Wachstums ausmacht.

„Wir haben das in ein Modell über die globalen Auswirkungen einbezogen und herausgefunden, dass dieser Effekt das Weltwirtschaftswachstum im ersten Jahr nach dem Schock etwa 1,5 Prozentpunkte kosten würde“, so die Autoren.

Die chinesische Finanzwirtschaft steht vor einer Reihe von Kreditausfällen. Zum Neujahrsbeginn am 1. Februar platze bereits eine millionenschwere Anleihe (mehr hier). Doch das war nur der Anfang. Im Laufe des Jahres 2014 sind Anleihen im Umfang von einer Milliarde Euro vom Zahlungsausfall bedroht, wie Zero Hedge berichtet.

Das könnte eine Kettenreaktion im Schattenbanken-System auslösen. Die halb-legalen Verleih-Aktivitäten der Schattenbanken machen einer Schätzung von JPMorgan zufolge etwa 69 Prozent des chinesischen BIP aus. Ein erneuter Vertrauensverlust würde die Interbanken-Zinsen erneut in die Höhe schießen lassen. Das wiederum würde die chinesische Zentralbank dazu zwingen, den Markt mit Geld zu fluten, wie sie es bereits mehrfach tun musste (hier).

Die chinesische Wirtschaft wird durch steigende Verschuldungsraten und eine gigantische Immobilienblase belastet. Zudem kämpft das Land mit massiver Korruption, Umweltverschmutzung und Kapitalflucht. Eine stetig steigende Zahl von chinesischen Millionären versucht ihr Vermögen ins Ausland zu retten, bevor die wirtschaftlichen und politischen Probleme zu groß werden (hier).

Die chinesische Regierung weiß um die Probleme im eigenen Land und bereitet sich auf härtere Zeiten vor. So kauft die chinesische Zentralbank enorme Mengen an physischem Gold auf (hier) und stößt gleichzeitig im großen Stil US-Staatsanleihen ab (hier).

 

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick