Stiftung Warentest lässt WhatsApp durchfallen

Die Stiftung Warentest untersuchte fünf Messenger-Apps auf Datenschutz. WhatsApp schnitt dabei am schlechtesten ab, während Threema als einziges mit „unkritisch“ bewertet wurde.

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Die Stiftung Warentest hat fünf verschiedene Messenger-Apps auf Datenschutz überprüft. Nur eines der getesteten Produkte konnte dabei überzeugen und erhielt das Ergebnis „unkritisch“. Der beliebte Nachrichten-Service WhatsApp schnitt dabei am schlechtesten ab.

Die Stiftung Warentest testete die Produkte auf WhatsApp, Threema, Line, Telegram und Blackberry Messenger, wie t3n berichtet. Die Produkte wurden auf Verschlüsselung von Nutzerdaten und die Weitergabe von Kunden-Information untersucht. Außerdem interessierten sich die Tester für die AGBs der jeweiligen Firmen, für die Quelloffenheit der Übertragungsprotokolle, sowie Verfügbarkeit und Kosten der Produkte.

Am besten schnitt die Schweizer App Threema ab, die mit „unkritisch“ bewertet wurde. Die App verzichtet vollständig auf die Übertragung von Nutzerdaten. Zudem werden Adressbuch-Einträge nur in Pseudonym-Form gespeichert und die Daten werden bei Übertragung verschlüsselt. Allerdings kritisierte die Stiftung Warentest, dass Threema nicht quelloffen ist. Das machte den Testern eine komplette Analyse unmöglich.

Auch das Produkt Telegram konnte nicht komplett überprüft werden, da der Programm-Code der App nicht vollständig zugänglich ist. Allerdings würde die App die Nutzerdaten verschlüsseln, so die Tester. Bedenklich sei jedoch, das die App Adressbuch-Einträge speichert, weshalb sie mit „kritisch“ bewertet wurde.

Blackberrys Messenger wurde mit „sehr kritisch“ benotet. Das Produkt versende in der Android-Version diverse Daten wie Name, Geburtsdatum, Wohnort, E-Mail-Adresse und die Sicherheitsfrage samt Antwort an die Firmen-Server. Zudem erlauben AGB-Klauseln dem Unternehmen die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen durch die Kombination verschiedener Daten des Kunden.

Die Android-App Line erhielt ebenfalls die Bewertung „sehr kritisch“. Sie verfügt über keinerlei End-to-End Verschlüsselung, wodurch der Anbieter alle Nachrichten mitlesen kann. Zudem behält sich die Entwickler-Firma die Änderung der AGBs vor, ohne die Kunden darüber in Kenntnis setzen zu müssen.

WhatsApp ist dem Test-Bericht zufolge unsicher und wurde deshalb mit „sehr kritisch“ bewertet.

„Die Android-Version sendet selbst Daten unverschlüsselt, die der Nutzer eingibt. Darunter könnten auch Gesprächsinhalte sein“, so die Tester.

Zudem gehe aus den AGB hervor, dass die Daten bei einem Verkauf der App an den neuen Eigentümer übermittelt werden können. Somit hat Facebook bei Bedarf direkten Zugriff auf die Daten aller WhatsApp-Kunden.

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