Keine Absturzstelle: Malaysia Airlines-Boeing spurlos verschwunden

Eine Boeing 777 der Malaysian Airlines ist über Vietnam plötzlich vom Radar verschwunden. Bisher konnte das Wrack nirgendwo geortet werden. Die Behörden stehen vor einem Rätsel: Flugzeuge diese Bauart haben mehrere Ortungssysteme. Mysteriös: An Bord befanden sich zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Der malaysische Transportminister sagte, es gäbe keine Anzeichen auf ein Verbrechen.

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Ein Passagierflugzeug von Malaysia Airlines mit 239 Mesnchen  an Bord ist über dem Südchinesischen Meer verschollen. Berichte vietnamesischer Staatsmedien unter Berufung auf die Marine, die Maschine sei vor der Küste Vietnams abgestürzt, wurden zwar von der malaysischen Regierung noch nicht bestätigt. Das Verschwinden vom Radarschirm kurz nach dem Start ließ allerdings das Schlimmste befürchten. Malaysia, Vietnam und China suchten aus der Luft und zu Wasser fieberhaft nach dem Flugzeug. Die Boeing B777-2H6ER, Registrierung 9M-MRO, war auf dem Flug von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking, als der Kontakt ein bis zwei Stunden nach dem Start abriss. das teilte zumindest die Flugsicherung von Malaysia mit. Ein Sprecher von Flightradar24 sagte dagegen einem Bericht des Sydney Morning Herald zufolge, dass das Flugzeuf nach den Aufzeichnungen von Flightradar24 bereits nach 40 Minuten vom Radar verschwand.

Im Flugforum airliners.net, welches von erfahrenen Flugexperten verwendet wird, erinnert ein Teilnehmer daran, dass die Maschine im August 2012 in eine Kollision mit einem chinesischen Flugzeug verwickelt gewesen sein soll: Am Boden hätte die Unglücksmaschine einen Teil der Heckflosse der Chinesen beschädigt.

An Bord waren 227 Fluggäste und zwölf Besatzungsmitglieder. Die Passagiere kamen der Fluggesellschaft zufolge überwiegend aus China, Frankreich, Australien und Neuseeland. Deutsche waren laut Passagierliste nicht an Bord.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, dass auch altgediente Flugexperten vor einem Rätsel stünden. Ein Maschine dieses Bautyps verfügt über mehrere Kommunikationssysteme. Selbst im Fall von Entführungen und Unwettern gäbe es immer Signale, denen zufolge der Standort des Flugzeugs festgestellt werden könne. Das Flugzeug wurde 2002 gebaut, von diesem Typ sind weltweit etwa 400 Maschinen im Einsatz.

Ebenfalls rätselhaft: Auf der Passagierlisten fanden sich die Namen eines Italieners und einen Österreichers, deren Pässe als gestohlen gemeldet waren. Beide Personen haben sich gemeldet und mitgeteilt, dass sie sich nicht an Bord befunden hätten.

„Unsere Botschaft erhielt die Information, dass sich ein Österreicher an Bord befand. Das war die Passagierliste von Malaysia Airlines“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Wien. Der Mann sei jedoch zu Hause gewesen. Der Pass sei ihm auf einer Thailand-Reise vor zwei Jahren gestohlen worden. Das Außenministerium in Rom teilte mit, dass sich kein Italiener in dem Flugzeug befunden habe, obwohl ein italienischer Bürger auf der Passagierliste geführt werde. Dabei handelte es sich laut einem Bericht der Zeitung „Corriere Della Sera“ um einen 37-Jährigen, dessen Pass im August in Thailand gestohlen worden sei.

Malaysias Verkehrsminister Hishamuddin Hussein dementierte die ersten Berichte über einen Absturz. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um das Flugzeug zu lokalisieren“, sagte er. Es seien aber noch keine Absturzstelle ausgemacht und keine Wrackteile gefunden worden. Die Boeing war am Freitag um 15.21 Uhr (MEZ) in Kuala Lumpur gestartet und hätte um 23.30 Uhr (MEZ) in Peking landen sollen. 120 Seemeilen vor der Ostküste Malaysias riss der Kontakt zu der Maschine aber ab, wie die Airline mitteilte. Ein Notsignal sei nicht empfangen worden. Nach stundenlanger Suche zitierten vietnamesische Staatsmedien zunächst einen Admiral mit den Worten, dass das Flugzeug vor der Insel Tho Chu abgestürzt sei. Später stellte er aber klar, dass es sich dabei um eine mutmaßliche Absturzstelle handele, die aufgrund malaysischer Flugberechnungen ermittelt worden sei. Die Maschine könne aber auch in malaysischen Gewässern abgestürzt sein.

Der malaysische Transportminister Hishammuddin Hussein sagte, dass die Regierung keine Anzeichen auf einen Terrorakt oder eine Bombenexplosion an Bord hätten. Bis zum Verschwinden der Maschine vom Radar sei die Kommunikation mit dem Piloten normal verlaufen, es habe keine Anzeichen einer Stress-Situation gegeben.

Am Abend hatten Suchmannschaften Ölspuren im Meer gefunden, jedoch bis zur Stunde noch kein Wrackteile.

Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge suchten allerdings Rettungskräfte aus Malaysia, Vietnam und Singapur vor der Insel gemeinsam nach dem Flugzeug.

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