Innovation mit Erfolg am Markt: Das E-Fahrrad

In Deutschland gibt es einen stark wachsenden Trend zum Kauf eines Fahrrads mit elektrischem Antrieb. Die E-Bikes verkaufen sich viel besser als Elektro-Autos. Sie sind praktisch, variabel einsetzbar und liegen im Trend. Der Markt wächst rasant.

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    E-Bikes sind längst nicht mehr nur für Renter attraktiv. Hier die City-Bike-Variante. (Foto: Bosch)

E-Bikes sind längst nicht mehr nur für Renter attraktiv. Hier die City-Bike-Variante. (Foto: Bosch)

Wer sich bisher ein Fahrrad mit elektrischem Zusatz-Antrieb angeschafft hat, galt als faul, wenn er nicht grad körperlich eingeschränkt war. Das hat sich in den letzten beiden Jahren radikal geändert. E-Bikes sind modern und populär. Die Vorurteile sind vergessen, die Vorteile gegenüber Elektroautos nicht von der Hand zu weisen. Die Firma Bosch ist marktführend bei E-Bikes und hat allein im vergangenen Jahr weltweit über 100 Millionen Exemplare verkauft.

In hügeligen Regionen wie Wuppertal gibt es kaum Radler. Wer dort dennoch mit dem Rad fährt, merkt schnell, dass an einem elektrischen Antrieb zur Unterstützung der Muskelkraft nichts auszusetzen ist. Außerdem setzt der Antrieb von E-Bikes erst dann ein, wenn man in die Pedale tritt. Der bioelektrische Hybridmotor fühlt sich „wie eine unsichtbare Hand an, die einen sanft den Berg heraufschiebt“, beschreibt Chris Bryant von der FT eine Testfahrt mit dem Bosch-Modell.

Ein Display am Lenker bietet dem Fahrer Informationen über Geschwindigkeit, Steigung und den Ladezustand der Batterie an. E-Bikes sind zudem praktisch. Sie benötigen keine Parkplätze und können an jeder Steckdose aufgeladen werden. Sie sind vielseitig einsetzbar: Es gibt bereits Modelle, die die Mitnahme von Gepäck ermöglichen. Mütter fahren ihre Kinder auf E-Bikes in den Kindergarten.

Elektrische Fahrräder sind wahrscheinlich „der einzige Trend, den die Jugend von der älteren Generation freiwillig übernimmt“, sagte Claus Fleischer, Chef der E-Bike-Sparte bei Bosch. Der Markt für E-Bikes boomt. Bei der Jugend findet ein Wandel im Denken statt. Das Auto ist nicht mehr länger das Nonplusultra der Fortbewegung. Elektro-Autos haben zudem noch immer nicht den Reiz, um Käufer in Massen anzulocken (mehr hier). Das Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel, über 1 Millionen E-Autos in den Verkehr zu bringen – derzeit sind es etwa 400.000 – ist noch in weiter Ferne.

Bei E-Bikes sieht das anders aus. In Europa wurden 2012 etwa 854.000 Exemplare verkauft. Eines von 10 verkauften Fahrrädern in Deutschland hat bereits einen elektrischen Antrieb. Die Firma Derby Cycle hat im vergangenen Jahr etwa 100.000 E-Bikes verkauft.

In China gibt es ein Riesengeschäft mit E-Bikes. Weil die chinesische Regierung Motorroller mit Verbrennungsmotor verboten hat, wurden stattdessen bereits über 30 Millionen E-Bikes verkauft. Wenn das Modell in Großstädten Schule macht, „wird das Geschäft mit E-Bikes und E-Scootern zusätzlich angetrieben“, so Fleischer.

Auch Daimler und BMW haben auf der Genfer Motor Show E-Bikes ausgestellt. Allerdings ist das zusätzliche Gewicht und der Preis von E-Bikes immer noch hohe Hürden für eine Anschaffung. BMW und Smart bieten allerdings bereits Modelle an, bei denen die Batterie abgenommen werden und das Fahrrad auch ohne Antrieb genutzt werden kann.

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