Indonesien: Kohle-Diebstahl bedroht Rothschild-Vermögen

In einer indonesischen Mine werden jeden Monat mehrere Millionen Tonnen Kohle illegal gefördert und verschifft. Die so exportierte Kohle drückt die Preise für fossile Brennstoffe auf dem Weltmarkt. Dadurch ist das Vermögen der Rothschilds gefährdet: Ihnen gehört die Mine, aus der die Kohle verschwindet.

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In einer der größten Minen der Welt wird monatlich Kohle im Wert von 150 Millionen Dollar gestohlen und verschifft. Die illegalen Verschiffungen drücken den weltweiten Preis für den fossilen Brennstoff, der sich bereits auf einem Vier-Jahres-Tief befindet.

Die Arutmin Minen befinden sich in der indonesischen Provinz Süd Kalimantan und wird von PT Bumi Resources aus Jakarta betrieben. In der Mine werden jeden Monat etwa zwei Millionen metrische Tonnen illegal gefördert. Diese Menge, die einen Marktwert von 150 Millionen Dollar hat, wird heimlich verschifft.

Insgesamt beliefen sich die Kohle-Diebstähle in ganz Indonesien im letzten Jahr auf 71 Millionen metrische Tonnen. Das entspricht einem Schaden von sechs Milliarden Dollar, wie Bloomberg berichtet.

„Ich persönlich denke nicht, dass sie die Export von illegaler Kohle stoppen werden“, sagte Ivan Glasenberg, CEO von Glencore Xstrata, dem weltgrößten Kohle-Exporteur.

Die Arutmin Minen sind einer der wichtigsten Vermögenswerte der Asia Resource Minerals Plc. (ARMS), die vom britischen Finanzier Nathaniel Rothschild und der indonesischen Bakrie Familie gegründet wurde. ARMS gehören 29 Prozent von PT Bumi. Die Firma aus London beauftragte nun Rechtsanwälte, den Vorwürfen des Kohlediebstahls nachzugehen. ARMS-Chef Nick von Schirnding verlangt von Bumi eine Erklärung für den millionenfachen Diebstahl.

Sowohl Asia Resource Minerals als auch PT Bumi sind in den letzten Monaten stark unter Druck geraten. Die Aktie von Bumi fiel in Jakarta seit dem Jahr 2012 um 85 Prozent, während die Aktie von ARMS in London um 75 Prozent einbrach.

Nathaniel Rothschild warf der Bakrie Familie wiederholt Veruntreuung von Geldern vor. Die Vorwürfe untermauerte er mit Dokumenten, die das Verschwinden von Geldern aufzeigten. Rothschild behauptete, die Dokumente stammten von einem Whistleblower. Die Bakrie Familie behauptete dagegen, die Dokumente seien durch Hacker entwendet und nachträglich manipuliert worden.

Nach den Streitigkeiten zwischen der Bakrie Familie und Rothschild, plant die indonesische Familie, aus dem Joint-Venture auszusteigen. Doch vorher will sie die volle Kontrolle über die Kohlemine zurückerlangen. Dafür kaufen die Bakries den 29-prozentigen Anteil für 501 Millionen Dollar von ARMS zurück. Eine entsprechende Transaktion wird bis zum 21. März erwartet.


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