Krim: Soldaten verschleppen zwei ukrainische Journalisten

Die Organisation Reporter ohne Grenzen meldet die Verschleppung von zwei ukrainischen Journalisten auf der Krim. Seit Wochen werde die Arbeit von unabhängigen Medien behindert.

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Unbekannte haben nach Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen auf der Halbinsel Krim zwei ukrainische Journalisten verschleppt. Eine Mitarbeiterin der Zeitung „Ukrainski Tischden“ und ein freier Fotograf seien unabhängig voneinander an einem Kontrollpunkt von Soldaten abgeführt worden, die keine Hoheitszeichen getragen hätten, teilte die in Paris beheimatete Organisation am Montag mit. Die Kräfte, die derzeit auf der Krim das Sagen hätten, seien für das Schicksal der Verschleppten verantwortlich, teilte Reporter ohne Grenzen weiter mit. Die Journalisten müssten unverzüglich freigelassen werden.

Reporter ohne Grenzen berichtet:

Mehrere Fernseh- und Radiosender aus der Ukraine wurden abgeschaltet, etwa der unabhängige Sender Schwarzmeer TV (Tschernomorskaja Teleradiokompanija). Auf den Frequenzen wird nun russisches Programm ausgestrahlt. Gleichzeitig wurden auch russische Fernsehsender von einem ukrainischen Kabelnetzbetreiber aus dem Netz genommen. Vor dem umstrittenen Referendum über die Krim am kommenden Sonntag wird es für die Bevölkerung unter diesen Umständen immer schwieriger, an unparteiische, gesicherte Informationen zu kommen. Für Beobachter aus dem Ausland ist es schwierig, sich ein genaues Bild zu machen.

Auch Journalisten in- und ausländischer Medien werden bei der Arbeit behindert und sogar angegriffen, u.a. von CNN, Inter Channel, Russkaja Planeta, STB oder 5 Kanal. Mehreren russischen Journalisten wurde offenbar die Einreise in die Ukraine verweigert – etwa einem Reporter und einem Kamerateam des Nachrichtensenders Vesti. Bereits vergangenes Wochenende waren rund 30 maskierte Männer in Uniform in Simferopol in die Räume des unabhängigen Zentrums für investigativen Journalismus eingedrungen.

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