Fruchtfliegen können Krebs riechen

Erstmals ist es Forschern gelungen, dem Geruch von Krebszellen auf die Spur zu kommen. Wegen ihres Geruchssinns können Fruchtfliegen zwischen gesunden und Krebszellen unterscheiden. Die Fliegen konnten auch einzelne Abweichungen zwischen den Krebszellen erkennen.

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Die Fruchtfliege sitzt in dem "Podest" in der Mitte des Bildes. Düfte, z. B. von Krebszellen, werden von links durch den Schlauch zugegeben, der auf die Fliege gerichtet ist. Oben ist das Objektiv des Mikroskropes zu sehen, durch das Bilder von der Fliegenantenne aufgenommen werden. (Foto: Universität Konstanz)

Die Fruchtfliege sitzt in dem „Podest“ in der Mitte des Bildes. Düfte, z. B. von Krebszellen, werden von links durch den Schlauch zugegeben, der auf die Fliege gerichtet ist. Oben ist das Objektiv des Mikroskropes zu sehen, durch das Bilder von der Fliegenantenne aufgenommen werden. (Foto: Universität Konstanz)

Die Fruchtfliege (Drosophilae) ist für die Forscher der Universität Konstanz und der Universität La Sapienza (Rom) wie ein Krebsdetektor. Durch ihren Geruchssinn können gesunde Zellen von Krebszellen unterschieden werden. Dafür wird die Fruchtfliege mit einem Duft besprüht. In dem Moment, in dem die Fliege mit dem Aroma in Verbindung kommt, erscheinen auf einem Monitor Farbmuster.

Tatsächlich hat jeder Duft ein bestimmtes Muster von Neuronen, das auf dem Monitor zu sehen ist. Das Muster der Krebszellen unterscheidet sich von dem gesunder Zellen. Da nicht nur kranke und gesunde Zellen unterschieden werden können, „sondern auch Untergruppen innerhalb der Krebszellen erkennbar waren, scheinen über die Antenne der Drosophila sogar verschiedene Brustkrebszellarten differenzierbar zu sein“, sagt Alja Lüdke, Wissenschaftlerin an der Universität Konstanz.

Das Neue und Spektakuläre an diesem Ergebnis ist „die Kombination aus einem objektiven, spezifischen und quantifizierbaren Laborergebnis mit der extrem hohen Sensitivität eines natürlichen Lebewesens, die durch künstliche Nasen oder Gaskromatographie nicht erreicht werden kann“, erklärt der Konstanzer Neurobiologen und Zoologen, sagt Giovanni Galizia. Um die sehr geringen Verschiebungen des Geruches von Krebszellen im Vergleich zu gesunden Zellen zu erkennen, sei der natürliche Geruchssinn besser geeignet.

„Die hohe Sensitivität der natürlichen Duftrezeptoren gepaart mit der Geschwindigkeit, mit der wir diese Testergebnisse gewinnen“ könnten ermöglichen, ein sehr preiswertes, schnelles und hocheffizientes Pre-Screening zu entwickeln, so Galizia. Dies könnte dazu führen, dass man Krebszellen möglicherweise nachweisen kann, lange bevor sie in den bisherigen bilddiagnostischen Verfahren zu erkennen seien.

An anderer Stelle kommt der Geruchssinn eines Tieres bereits ebenfalls zum Einsatz. Die Rede ist von Hunden, die plötzlich Bedeutung bei Diabeteserkrankungen erlangt haben. Anhand des Körpergeruchs ihres Herrchens oder Frauchens oder deren Kindes können sie riechen, ob der Blutzuckerwert zu niedrig ist, und Alarm schlagen (hier).

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