Lebensmittel werden knapp: UN warnen vor weltweitem Bürgerkrieg

Weltweit muss die Nahrungsmittelproduktion bis Mitte des Jahrhunderts um 60 Prozent gesteigert werden. Anderenfalls komme es zu einer Verknappung der Lebensmittel. Die Folgen wären soziale Unruhen und weltweite Bürgerkriege. Besonders dramatisch sei die Situation in Asien, warnt die UN.

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Die Nachfrage nach Lebensmitteln wird in den nächsten Jahrzehnten steigen, da die Weltbevölkerung bald die 9-Milliarden-Marke übersteigen wird, warnt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO).

Der zunehmende Wohlstand sorgt dafür, dass sich auch die Ernährung jedes Einzelnen ändert. Es werden pro Person viel mehr Kalorien verzehrt, so Hiroyuki Konuma von der FAO in Asien.

Doch obwohl das weltweite Bedürfnis nach mehr Nahrung steigt, wird immer weniger Geld für landwirtschaftliche Forschung ausgegeben. Die Wissenschaftler zweifeln, ob die Produktion in Zukunft mit der Nachfrage mithalten kann.

Wenn dies nicht gelänge und eine Lebensmittelknappheit Realität wird, erhöht dies das Risiko für soziale und politische Unruhen, Bürgerkrieg und Terrorismus, so Konuma.

Eine besondere Herausforderung sei die Versorgung in den Entwicklungsländern. Dort müsse der Ertrag um 77 Prozent gesteigert werden.

Trotz der Fortschritte im Kampf gegen den weltweiten Hunger hat, gibt es immer noch 842 Millionen unterernährten Menschen, so die FAO. Zwei Drittel von ihnen leben in Asien. In dieser Region ist eines von vier Kindern unter fünf Jahren aufgrund von Mangelernährung unterentwickelt.

Zwei Dinge müssen nun umgesetzt werden. Die Anzahl der Ackerlandflächen müsse erhöht werden und die Produktivität gesteigert werden, so die UN.

Problematisch ist, dass bereits fast alle verfügbaren Ackerflächen bereits genutzt werden. Die Produktion ist ebenfalls nur schwer ausbaubar. Die Produktivitätsraten für Reis und Weizen haben sich in den 1980er-Jahren jährlich um rund 3,5 Prozent erhöht. In den vergangenen 20 Jahren blieb die Rate konstant bei 0,6 bis 0,8 Prozent stecken. Die Wachstumsrate müsse aber bei rund 1 Prozent liegen, um eine theoretische Chance zu haben, die Lebensmittel-Engpässe zu vermeiden, so Konuma.

Ein weiteres Problem für die Landwirte ist die Wasserknappheit, vor allem in China und Indien (mehr hier). Zudem sind mehr als 3,3 Millionen Hektar chinesischer Boden für die Landwirtschaft verseucht. In der Sperrzone dürfen keine Lebensmittel mehr angebaut werden (hier).

Auch der Klimawandel verschärft die Situation. Extreme Wetterereignisse sorgen mit Überschwemmungen und Dürren für Ernteausfälle. Betroffen sind Australien, Kanada, China, Russland und die USA (hier).

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