Hacker legen Internet-Auftritt der Nato lahm

Die Hackergruppe „Cyber Berkut“ legte vor dem Start des Krim-Referendums den Internetauftritt der Nato lahm. Die Gruppe hat Medienberichten zufolge in den vergangenen Wochen auch gezielte Angriffe auf ukrainische Webseiten gestartet. Die Nato versucht, die Seiten wiederherzustellen.

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Kurz vor dem Krim-Referendum hat ein Hackerangriff mehrere Internetseiten der Nato lahmgelegt. Die Cyberattacken hätten aber keinen Einfluss auf die Arbeit des militärischen Bündnisses, sagte eine Nato-Sprecherin. Eine anonyme Gruppe mit dem Namen „Cyber Berkut“ bekannte sich zu dem Angriff. Die Erklärung wurde auf russisch abgegeben. Cyber Berkut hat in den vergangenen Wochen bereits über 100 ukrainische Webseiten lahmgelegt.

Cyber Berkut sagte in einem Statement, dass die Attacken von ukrainischen Patrioten verübt worden seien, die die Einmischung der Nato in die inneren Angelegenheiten der Ukraine ablehnen.

Nato-Sprecherin Oana Lungescu sagte, dass die Websites von DDoS-Attacken zum Crash gebracht worden sei. Man arbeite daran, die Seiten wieder hochzufahren. Betroffen waren die Nato-Hauptseite und die Seite eines Nato-Cyberabwehrzentrums in Estland. Die Sprecherin sagte, dass keine Schäden an den Nato-Computern verursacht worden seien.

Cyber Berkut hostet seine Seiten in San Francisco. Die Organisation arbeitet offenkundig eng mit dem russischen Geheimdienst zusammen. Jeffrey Carr verweist darauf, dass auch Anonymus Ukraine gegen die neue ukrainische Regierung agiert.

Die Server-Struktur von Cyber Berkut in San Francisco. (Grafik; Robtex via Jeffrey Carr)

Die Server-Struktur von Cyber Berkut in San Francisco. (Grafik; Robtex via Jeffrey Carr)

Auf der Krim stimmen die Bewohner heute über einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel an Russland ab. Der Westen lehnt das Referendum als völkerrechtswidrig ab und hat Sanktionen gegen Russland angekündigt.

Rund 1,5 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihr Votum abzugeben. Zur Wahl stehen zwei Optionen, die beide auf eine russische Kontrolle der Krim hinauslaufen. Für einen Verbleib der autonomen Halbinsel in der Ukraine kann nicht votiert werden. Allgemein wird erwartet, dass eine deutliche Mehrheit der Bürger für einen Anschluss stimmen wird (mehr über Berichte über eine mögliche russischen Offensive – hier).

Von den rund zwei Millionen Krim-Bewohnern sind fast 60 Prozent Russen. Die Wahllokale schließen um 19.00 Uhr. Erste Ergebnisse werden für den Abend erwartet.

Der Westen lehnt die Abstimmung als völkerrechtswidrig ab und hat Sanktionen gegen Russland angekündigt. Bereits am Montagabend sollen die EU-Außenminister darüber beraten (mehr zur Auswirkung von Sanktionen – hier).

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry habe er seine Auffassung bekräftigt, dass das Krim-Referendum internationalem Recht entspreche (hier). Die ukrainischen Behörden sollten der Gewalt ultra-nationalistischer Gruppen Einhalt gebieten, die die russischsprachige Bevölkerung „terrorisieren“.

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