Jeder zweite Daimler wird auf Kredit gekauft

Daimler verdient mit seinen Autos doppelt: Jedes zweite Auto wird auf Pump gekauft oder ist ein Leasing-Wagen. Um die Forderungsmanagement zu straffen, stoppt die Daimler Bank nun die Zusammenarbeit mit externen Firmen und will sich selbst um die Schuldner kümmern.

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Im vergangenen Jahr hatte die Finanzdienstleistungssparte von Daimler in Europa den Bestand an Leasing- oder Kreditverträgen um acht Prozent auf 37,3 Milliarden Euro gesteigert, in Deutschland lag das Plus mit einem Bestand von 18,2 Milliarden Euro bei drei Prozent. Mehr als jedes zweites Fahrzeug, das Daimler verkauft, wird per Kredit oder Leasing von der hauseigenen Bank finanziert.

Die Anzahl der Kunden nahm bei der Mercedes-Benz Bank um rund 20.000 auf 1,13 Millionen ab. Reiner erklärte den Schwund damit, dass die Kreditkarten der Bank nicht mehr gebührenfrei sind. Durch den Kartentausch seien auch viele Karteileichen der Direktbank gestrichen worden.

Die zum Autobauer Daimler gehörende Mercedes-Benz Bank will ihr Europa-Geschäft mit einem Investitionsprogramm stärken. Bis 2018 sollen 500 Millionen Euro vor allem in die Standardisierung der IT gesteckt werden, um ein wachsendes Auftragsvolumen zu geringeren Kosten bearbeiten zu können, wie der Vorstandschef der Auto-Bank, Franz Reiner, am Montag in Stuttgart erklärte. „Die durchschnittlichen Kosten pro Vertrag wollen wir in diesem Zeitraum um ein Fünftel senken“, sagte er. Dazu werden etwa die Bearbeitung von Kreditverträgen oder das Forderungsmanagement für ganz Europa in Berlin zentralisiert. Zu Personalabbau werde das nicht führen, weil diese Aufgaben in Südeuropa bisher von externen Firmen erbracht worden seien.

Auch soll in Westeuropa bis 2015 ein weiterer Standort eröffnet werden, nachdem zu Spanien und Großbritannien in diesem Jahr eine Bank-Niederlassung in Frankreich hinzukam. Ein konkretes Wachstumsziel nannte Reiner für die Vollbank, die gut 1500 Mitarbeiter beschäftigt, nicht.

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