Vor Steuer-Erhöhung: Goldrausch in Japan

Zum 1. April erhöht Japan die Verbrauchssteuer auf Goldbarren von 5 auf 8 Prozent. Die Japaner haben die letzten Wochen genutzt, um noch von dem niedrigeren Steuersatz zu profitieren. Aufgrund der extrem lockeren Geldpolitik unter Premier Abe suchen viele Japaner ihre Rettung im Gold.

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Wegen der am 1. April einsetzenden Erhöhung der Verbrauchssteuer haben die Japaner verstärkt Gold gekauft.

Der Goldkauf unterliegt in Japan anders als in Deutschland einer Verbrauchssteuer. Diese soll am 1. April von 5 auf 8 Prozent angehoben werden, berichtet die FT. Es ist die erste Anhebung der Steuer seit 17 Jahren. Nicht nur wegen der Steuererhöhung um 3 Prozentpunkte ab April, sondern auch wegen des Rückgangs des Goldpreises seit Mitte März kauften die Japaner deutlich mehr Gold.

Im März verkauften die sieben Filialen des Edelmetall-Spezialisten Tanaka Kikinzoku Jewelry circa 530 Prozent mehr Goldbarren als ein Jahr zuvor. So viel Gold hat das Unternehmen in seiner 120-jährigen Geschichte noch nicht in nur einem Monat verkauft. In Tokio standen die Kunden mehrere Stunden lang Schlange, um die 500-Gramm-Barren zu kaufen.

Aufgrund der lockeren Geldpolitik unter Premier Shinzo Abe suchen die Japaner seit längerem ihre Rettung im Gold. Ein Vertreter der Rohstoffbörse in Tokio sagte, die Lieferungen von physischem Gold hätten im Februar und im Dezember die höchsten Stände seit 2007 erreicht.

Der börsengehandelte Fonds Fruit of Gold ist die größte mit physischem Gold gedeckte Anlageform des Landes. Seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012 haben sich seine Bestände von 5,6 Tonnen Gold auf derzeit 6,9 Tonnen erhöht. Mitte Januar hatte der Fonds 15.243 Investoren, ein Jahr zuvor waren es nur 9.849.

„Langsam aber sicher bereiten sich die Leute auf das Schlimmste vor, das heißt das Versagen der Abenomics [Wirtschafts- und Geldpolitik von Abe]“, sagte Itsuo Toshima, ein frühere Regionalchef des World Gold Council. „Um den Wert des Vermögens zu schützen, kommt Gold als Inflationsschutz ins Spiel. Und falls die Wirtschaft zurück in die Deflation verfällt, fließt das Geld auf der Suche nach einem sicheren Hafen wieder ins Gold.“

Insgesamt ist der japanische Goldmarkt aber sehr klein. Im vergangenen Jahr lag die Nachfrage der Konsumenten laut World Gold Council bei 21,3 Tonnen. Die Chinesen kauften hingegen 1.066 Tonnen Gold, die Inder 975 Tonnen.


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