Bayern: Jeder Zweite bleibt Kommunal-Wahlen fern

Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang der bayerischen Kommunalwahlen ist voraussichtlich noch niedriger als zwei Wochen zuvor. Von den großen Städten gingen München, Erlangen und Regensburg an die SPD, Würzburg hingegen an die CSU.

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In Bayern waren die Bürger am Sonntag aufgerufen, in vier großen Städten, 18 Landkreisen und mehr als 200 Kommunen ihre Stimme bei den Stichwahlen zur Kommunalwahl abzugeben. In der ersten Runde vor zwei Wochen hatte die SPD Nürnberg und Fürth behalten. Die CSU gewann in Augsburg und Ingolstadt, rutschte aber unter 40 Prozent. Nun stimmten die Bayern in München, Regensburg, Erlangen und Würzburg ab.

Schon vor zwei Wochen hatten nur 55 Prozent der Berechtigten abgestimmt (55 Prozent). Bei der Stichwahl am Sonntag gingen bis 17.30 Uhr in München nur 21,4 Prozent ins Wahllokal, berichtet die Süddeutsche. Vor zwei Wochen waren es zu dieser Zeit 23,8 Prozent gewesen. Auch die Zahl der Briefwähler ist geschrumpft. Wahlleiter Klaus Gasteiger macht dafür die „übliche Politikverdrossenheit“ und den „zu kuscheligen Wahlkampf“ verantwortlich. Auch in anderen bayerischen Städten sank die Wahlbeteiligung.

München wird auch in Zukunft von einem SPD-Oberbürgermeister regiert. In der Stichwahl um die Nachfolge von Christian Ude entfielen am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis 56,7 Prozent der gültigen Stimmen auf Dieter Reiter von der SPD. Herausforderer Josef Schmid von der CSU kam auf 43,3 Prozent.

Anders als im Freistaat stehen in der bayerischen Landeshauptstadt traditionell SPD-Politiker an der Spitze. Bis auf ein CSU-Intermezzo von 1978 bis 1984 bekleideten in München in den vergangenen Jahrzehnten stets Sozialdemokraten den Posten. Der überaus populäre Politiker Ude, früher Städtetags-Präsident, amtierte mehr als zwanzig Jahre lang in München und durfte jetzt aus Altersgründen nicht mehr antreten. Sein Wunschnachfolger Reiter, der auch Wiesn-Chef ist, hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen verfehlt.

Die überraschend starken Grünen gaben anschließend für die zweite Runde eine Wahlempfehlung für Reiter ab. Schmid, der mit einem schwarz-grünen Bündnis im Rathaus geliebäugelt hatte, wertete es als Erfolg, seine in München durch interne Streitereien geschwächte Partei überhaupt in die Stichwahl geführt zu haben. Zuletzt wurde das Stadtoberhaupt 1984 erst im zweiten Wahlgang bestimmt.

In Erlangen wird Florian Janik (SPD) neuer Oberbürgermeister. Er erreichte eine deutliche Mehrheit von über 60 Prozent der Stimmen, berichtet die ARD. Siegfried Balleis (CSU) wurde nach 18 Jahren im Amt abgewählt. Auch Regensburg ging an die SPD. Deren Kandidat Joachim Wolbergs liegt weit vor seinem Kontrahenten. In Würzburg hingegen deutet sich ein Sieg des CSU-Kandidaten Christian Schuchardt an.

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