Mercedes Benz: Daimler will Autos in Russland bauen lassen

Die Kriegs-Rhetorik der Regierungen lässt den Autobauer Daimler unbeeindruckt: Man werde im Rahmen der Gesamtstrategie ausloten, ob Teile der PKW-Produktion nach Russland ausgelagert werden sollen. Russland ist für die deutsche Autoindustrie wegen des Marktes und wegen der billigen Arbeitskräfte interessant.

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Trotz politischer Forderungen nach Sanktionen gegen Russland wegen der Krim-Krise prüft Daimler nach wie vor Möglichkeiten zur Produktion von Autos vor Ort. Im Rahmen der Wachstumsstrategie 2020 werde die globale Produktion nah an Märkten und Kunden ausgeweitet, erklärte ein Sprecher des Autobauers am Dienstag in Stuttgart. In diesem Zusammenhang werde das Potenzial einer lokalen Pkw-Produktion in Russland schon länger erforscht. „Wir hatten dazu verschiedene Diskussionen“, sagte der Sprecher. „Diese Aktivitäten werden fortgesetzt.“

Einen Bericht der russischen Zeitung „Vedomosti“ über konkrete Gespräche mit mehreren möglichen Partnern bestätigte Daimler nicht. „Es gibt zurzeit weder Pläne noch Entscheidungen über eine lokale Produktion von Mercedes-Benz Pkw in Russland“, betonte er.

In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge über scharfe Wirtschaftssanktionen gegen Russland in der Krim-Krise. Für die Autoindustrie ist das ein Markt mit großem Potenzial, gerade auch für die Premiumhersteller. In den ersten beiden Monaten ging der Kfz-Absatz dort um vier Prozent zurück, während Mercedes seine Verkaufszahlen in Russland um 26 Prozent steigerte. Mercedes produziert mit Partnerunternehmen bisher nur Lastwagen und Vans, aber keine Pkws vor Ort. Russland zählt für Daimler zu den zehn größten Absatzmärkten.

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