Scheitert China, scheitert die deutsche Auto-Industrie

Die deutsche Automobilhersteller sind innerhalb kürzester Zeit extrem abhängig von China geworden: Fast 30 Prozent des Absatzes geht nach China. Ein großer Teil der Gewinne kommt aus China. Ein Einbruch der chinesischen Wirtschaft hätte verheerende Folgen.

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Die Abhängigkeit der deutschen Automobilhersteller vom boomenden Markt in China ist enorm gewachsen. Schlugen VW, BMW und Daimler vor sechs Jahren zusammen noch zwölf Prozent ihrer Pkw und leichten Nutzfahrzeuge im Reich der Mitte los, so kletterte der Anteil im vergangenen Jahr nach Berechnungen von Ernst & Young auf 28 Prozent. Einer der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Auszügen exklusiv vorliegenden Studie der Unternehmensberatung zufolge machte China bei Volkswagen unter den deutschen Herstellern den größten Anteil aus. Demnach gingen im vergangenen Jahr 32 Prozent der von den Wolfsburgern rund um den Globus verkauften Fahrzeuge an Kunden in der Volksrepublik. Damit war der Anteil doppelt so hoch wie vor sechs Jahren.

Noch höher war der Anteil lediglich bei der Opel-Mutter General Motors mit 33 Prozent. Bei BMW lag der China-Anteil 2013 bei 20 Prozent. 2008 waren es noch fünf Prozent gewesen. Ähnlich war die Entwicklung bei Daimler : Der Stuttgarter Autokonzern schlug zuletzt 13 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge in China los, vor sechs Jahren waren es erst drei Prozent. Daimler hat in der Volksrepublik zur Aufholjagd geblasen und baut sein Händlernetz dort gerade aus. Auch BMW hat in China aufgestockt und produziert dort mehr Autos und Motoren. Volkswagen zieht mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm zahlreiche neue Werke in der Volksrepublik hoch.

Der Pkw-Absatz nimmt in der Volksrepublik kontinuierlich zu, allerdings sind die Wachstumsraten nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren. Die deutschen Hersteller profitieren besonders davon, dass sich die aufstrebende Mittelschicht in China immer mehr Oberklassewagen leisten kann. Volkswagen fährt einen großen Teil seines Gewinns in China ein.

Während sich die Hersteller über die Steigerungsraten beim Absatz freuen, sehen Experten darin auch ein mögliches Problem. Bei einem Kurswechsel der chinesischen Regierung könnte sich die hohe Abhängigkeit negativ für die deutschen Firmen auswirken. „Wenn China einen Husten kriegen sollte, bekommen alle eine Lungenentzündung“, sagte Peter Fuß, Automobilexperte und Partner von Ernst & Young. Nicht ohne Grund wird in der Krim-Krise derzeit auch über die Abhängigkeit Deutschlands von Energielieferungen aus Russland diskutiert.


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