Geldanlage: Vor Risiken und Nebenwirkungen werden Sie nicht gewarnt!

Geld sicher und rentabel anlegen, ist in Zeiten der umfassenden Manipulationen eine fast schon unlösbare Aufgabe. Doch es ist möglich: Allerdings nur auf eigene Faust, ohne Berater, die in Wahrheit Verkäufer sind. Der einzelne kann mehr erreichen, als ihm die Berater gerne einreden möchten.

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Die fast schon zur traurigen Tradition gewordenen Krawalle in deutschen Metropolen haben Dimensionen erreicht, die uns alle zum Nachdenken zwingen sollten. Und zu Konsequenzen, was die eigene Sicherheit betrifft. Denn es geht nicht mehr allein um Randalierer (was schlimm genug ist), sondern um relativ breite Bevölkerungsschichten, die in sozialen Brennpunkten auch zukünftig für Unruhe sorgen werden. Das hat übrigens auch schon der US-Geheimdienst CIA für die Jahre um 2020 vorhergesagt, unter anderem mit Brennpunkten wie Berlin, Hamburg, Teilen des Ruhrgebiets, Rhein/Main und Stuttgart. Die Ursachen liegen auf der Hand: Deutschland zieht, ebenso wie das übrige Westeuropa, Migranten aus ärmeren Ländern an, vor allem aus Mittel- und Osteuropa. Diese Menschen suchen hier Arbeit oder wollen auf irgendeine andere Weise vom westlichen Wohlstand profitieren. Sie treffen auf die wachsende deutsche Unterschicht, die von staatlichen Zuschüssen abhängt und sich darauf verlässt, dass der Staat weiter für sie sorgt.

Das alles führt lokal und regional zu äußerst labilen sozialen Verhältnissen, die sich jederzeit in neuen Krawallen entladen können, und zwar umso mehr, je schlechter die wirtschaftlichen Verhältnisse werden. Diese sind zurzeit relativ gut – noch. Sobald es in Deutschland jedoch zu einer Rezession, Inflation, Stagflation oder zu einer sonstigen finanziell spürbaren negativen Entwicklung kommt, werden die Unruhen zunehmen. Dann wird der Staat einlenken und mit einer als Solidarpakt oder ähnlich kaschierten Steuererhöhung und/oder Neuverschuldung die schlimmsten Auswüchse abzufangen versuchen.

Also am Ende doch wieder alles paletti? Überhaupt nicht. Denn weder mit Steuererhöhungen noch mit mehr Staatsschulden lassen sich Auswüchse wirkungsvoll bekämpfen, die Migrationsfolgen erst recht nicht. Kommen wir also zu den Konsequenzen für Ihre eigene Sicherheit, für die Sie selbst sorgen sollten, weil der Staat das nur bedingt – primär in Ausübung seiner hoheitlichen Aufgaben – tun kann.

Den Anfang sollte Ihre persönliche finanzielle Bestandsaufnahme machen (Einnahmen/Ausgaben, Vermögen/Schulden). Sie vermittelt Ihnen Sicherheit zumindest insoweit, als Sie danach über Ihre finanziellen Verhältnisse besser Bescheid wissen. Die meisten Deutschen machen indes den Fehler, Sicherheit dort zu suchen, wo sie ihnen suggeriert wird. Zum Beispiel bei Banken und Sparkassen mit ihren Sicherheit verheißenden, jedoch dürftigen Festzinsangeboten. Das führt im Extremfall zu so seltsamen Ergebnissen wie der Bevorzugung von Garantiezertifikaten, bei denen es sich um Bankanleihen handelt, die als Inhaberschuldverschreibungen nicht einmal durch die Einlagensicherung geschützt sind.

Halten wir kurz fest: Weder der Staat noch irgendeine Bank oder Sparkasse kann Ihnen die erforderliche finanzielle Sicherheit verschaffen, die Sicherheit für Leib und Leben schon gar nicht. Sie müssen folglich selbst für Ihre Sicherheit sorgen, und zwar im weitesten Sinn. Das bedeutet zunächst, abgesehen von präventiven Maßnahmen zum körperlichen Schutz, die möglichst weitgehende Absicherung Ihres Eigentums, wie Haus oder Wohnung, Bargeld und Wertgegenstände.

Als ehemals Betroffener kann ich Ihnen nur dringend raten, zum Beispiel Ihre Eingangstür mittels Panzerriegel zu sichern und Ihre Jacke mit Inhalt bei Bahnfahrten oder ähnlichen Gelegenheiten nicht unbeaufsichtigt liegen zu lassen. Auf Geld bezogen (nachdem Sie Ihre Bestandsaufnahme abgeschlossen haben), bedeutet Sicherheit:

1. Für jeden Lebensabschnitt die richtige Mischung an wichtigen Versicherungen wählen (wie die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Berufstätigen, die Risikolebensversicherung für junge Familien oder generell die Haftpflichtversicherung),

2. Geldanlagen bis zu einem gewissen Umfang streuen, aber

3. dabei auch die jeweils zeitgemäßen Schwerpunkte setzen.

Zum Thema Streuung: Sie dient einerseits dazu, sich gegen unvorhersehbare Ereignisse abzusichern, die konzentrierte Anlagen besonders hart treffen und so zu hohen Verlusten führen können. Andererseits nimmt man mit der Streuung zahlenmäßig mehr Chancen wahr als mit der Geldkonzentration und vermeidet nebenbei allzu hohe Risiken. Zu den Schwerpunkten: Setzen Sie sie erst, nachdem Sie – auf der Grundlage Ihrer persönlichen Finanzen – vorher genug nachgedacht und alles abgewogen haben.

Unter Sicherheitsaspekten sollten Sie auf die folgenden vier Schwerpunkte ganz besonders achten:

Die selbst genutzte Immobilie – sei es eine Eigentumswohnung, sei es ein Eigenheim – in guter Lage mit der Chance auf Wiederverkauf unter Vermeidung von sozialen Brennpunkten. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn gute Lagen sind teuer. Fällt Ihre Wahl dagegen auf eine eher mittelprächtige Lage, dürften Sie später beim Verkauf relativ viel Zeit brauchen, um Ihre Immobilie zu versilbern. Diesen Aspekt sollten Sie von vornherein beachten, und zwar auch deshalb, weil der Immobilienkauf in der Regel ein finanzieller Kraftakt ist, weil Sie mit ihm ein Klumpenrisiko eingehen und weil Sie aus beruflichen Gründen eines Tages zum Umzug in eine weit entfernte Stadt gezwungen sein könnten.

Gold in Form von Anlagemünzen und/oder Barren. Betrachten Sie das Edelmetall als Basisinvestition für den Fall der Fälle, wenn also die nächste Finanzkrise droht oder die Inflation nicht mehr zu halten sein wird. Unter den Anlagemünzen kommen zum Beispiel infrage: Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker, Känguru und American Eagle, von Fall zu Fall auch einige andere. Bevorzugen Sie Münzen im Gewicht von einer Feinunze (31,1 Gramm, die international übliche Messlatte), weil sie in den meisten Ländern gängig sind. Als Barren sind für private Anlagen Stückelungen von einem Kilo abwärts geeignet. Seriöse Händler finden Sie unter anderem im Internet unter goldseiten.de

Als liquide Reserve möglichst hoch verzinsliches Tagesgeld bei zwei bis drei deutschen Banken oder Sparkassen mit gesetzlicher Einlagensicherung. Hoch ist relativ, wie die extrem lange Niedrigzinsphase gezeigt hat. Die gesetzliche Einlagensicherung gilt für private Anlagen bis 100.000 Euro pro Person und Bank oder Sparkasse. Unabhängig davon gibt es die drei freiwilligen Systeme der Einlagensicherung deutscher Privatbanken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Für höhere Anlagebeträge empfehlen sich als Liquiditätsersatz Bundesanleihen oder -obligationen mit Restlaufzeiten unter zwei Jahren. Sie genießen zwar keine Einlagensicherung, aber die Garantie des Bundes. Wer zusätzlich auf Nummer sicher gehen will, eröffnet Konten bei vergleichbar soliden Banken im Ausland.

Aktien, gestreut über weniger als zehn in kleinen Depots, über mehr als zehn in großen Depots. Der Kauf sollte bei niedrigen Kursen zeitlich gestaffelt erfolgen, bei hohen Kursen empfehlen sich zumindest Teilverkäufe. Auswahl und richtiges Timing erfordern umfangreiche Recherchen und viel Erfahrung, zumal neben deutschen und anderen europäischen Aktien auch solche aus Übersee infrage kommen. Zum Trost: Auch wer bei Auswahl und Timing kein glückliches Händchen hat, kann damit rechnen, dass ein halbwegs repräsentatives Aktiendepot nach mindestens zehn Jahren in der Gewinnzone liegt.

Zwar wollen alle Menschen ihr Geld sicher anlegen, aber schon beim Sicherheitsbegriff scheiden sich die Geister. An private Anlagen sind andere Sicherheitsmaßstäbe anzulegen als an betriebliche, an mühsam erwirtschaftete Ersparnisse von Geringverdienern andere als an die von Fondsmanagern verwalteten Milliarden. Wenn es um Geld geht, ist nichts absolut sicher.

Für die einen bedeutet Gold Sicherheit, weil es seinen an der Kaufkraft gemessenen Wert über Jahrhunderte erhalten hat.

Andere bevorzugen Immobilien, weil diese auf lange Sicht als wertbeständig gelten und nicht vermehrbar sind.

Wieder andere halten Tagesgeld für sicher, weil sein Wert nominal konstant bleibt, weil es  Zinsen abwirft und weil im Fall einer Bankpleite die Einlagensicherung einspringt.

Eine Minderheit steht auf Aktien, mögen deren Kurse auch noch so schwanken, Hauptsache, Dividenden und Kursgewinne ergeben zusammen einen ordentlichen Gesamtertrag.

Schließlich nicht zu vergessen die Anleger, die Sicherheit in der zum Teil staatlich geförderten kollektiven Risikostreuung suchen und deshalb Fonds, Kapital- und Fondspolicen, die Riester-Rente oder eine Variante der betrieblichen Altersversorgung wählen – am liebsten alles zusammen, weil der nette Anlageberater das vorgeschlagen hat.

Die Prioritäten der fünf Anlegergruppen sind einseitig und widersprechen dem Grundsatz der Risikostreuung. Zwar ist Gold zu bestimmten Zeiten – wie seit 2001, aber unterbrochen 2012 und 2013 – eine gute Wahl, aber kein Mensch lebt Jahrhunderte lang. Der wahre Wert von Immobilien zeigt sich erst, wenn sie verkauft sind. Die Sicherheit von Tagesgeld schwindet, sobald die Inflationsrate den Zinsen davonläuft. Aktien sind Unternehmensbeteiligungen mit allen Chancen, aber auch Risiken, sodass bei einem schlecht wirtschaftenden Vorstand und zu geringem Eigenkapital die Pleite drohen kann. An kollektiven Anlagen schließlich verdient in erster Linie die Finanzbranche.

Dennoch, in der richtigen Mischung und bei gutem Timing dienen zumindest die vier zuerst genannten Anlagen der Sicherheit, zumal man hier, anders als beim Sparen im Kollektiv, das Heft in der Hand behält. Also spricht viel für die Kombination aus Gold, gegebenenfalls ergänzt um eine Wohnimmobilie für den eigenen Bedarf, aus Tagesgeld bei soliden Banken (inklusive einem Batzen Bargeld im heimischen Safe) als Liquiditätsreserve und zum Nutzen von Gelegenheiten, aus günstig gekauften Aktien – und aus dem Einsatz von ganz viel Verstand.

Anleger gehen auf Nummer sicher, indem sie Unsicherheit meiden, also beispielsweise auf Folgendes verzichten: hohe Kredite, Derivate, speziell Hebelprodukte, Staats- und Unternehmensanleihen mit schlechtem oder gar keinem Rating, Aktien, Anleihen und sonstige Papiere hoch verschuldeter Unternehmen, außerdem allzu hektisches Trading – Hin und Her macht Taschen leer. Im Übrigen dürfen Anleger sich nie vom Herdentrott anstecken lassen, etwa vom allgemeinen Kaufrausch bei hohen und von Panik bei niedrigen Kursen.

Anleger gehen außerdem auf Nummer sicher, indem sie initiativ werden. Dazu gehören permanent so banal erscheinende Aufgaben wie Einnahmen und Ausgaben checken, Ziele bestimmen, Finanzpläne erstellen, Chancen und Risiken abwägen, das Geschehen an den Börsen verfolgen, probehalber die eine oder andere Geldanlage testen, mithilfe der Medien laufend Informationen einholen, den Horizont durch Reisen erweitern und mit kompetenten Gesprächspartnern über Pro und Kontra verschiedener Anlagen diskutieren.

Klar ist, dass es keine absolute Sicherheit gibt, dass die Aufteilung in sichere und unsichere Anlagen Unsinn ist, dass finanzielle Sicherheit immer nur in Bezug auf einzelne Anleger oder Anlegergruppen definiert werden kann und dass der Grad an Sicherheit wächst, je mehr man den im vorangegangenen Absatz erwähnten Aufgaben gerecht wird. Kurzum, Sicherheit ist eine Funktion dieser Aufgaben.

Damit könnte eigentlich schon alles zum Thema Sicherheit gesagt sein. Doch so allgemein sollten wir die Gedanken dazu nicht enden lassen, denn:

Wir befinden uns in keinem zeitlosen Raum, sondern im Jahr 2014.

Die größten Volkswirtschaften der Welt schieben immer höhere Schuldenberge vor sich her.

Die globale Geldschwemme sorgt mal hier, mal da für Übertreibungen an diversen Märkten.

Das Zusammentreffen von Schulden und Geldschwemme mündet unter anderem in die finanzielle Repression, mit der Folge, dass verschuldete Staaten und andere Schuldner sich über die Kombination von Geldentwertung und niedrigen Zinsen entschulden.

Von der Großen Koalition werden nicht nur Wahlversprechen wieder kassiert, sondern deutschen Steuerzahlern auch erhebliche Lasten aufgebürdet.

Zum Thema Sicherheit gehört, wie schon beschrieben, das Meiden von Risiken. Ihr Geld arbeitet ja nicht in einem keimfreien Raum, sondern läuft ständig Gefahr, von Finanzviren befallen zu werden wie einst das Kapital der Banken IKB, Hypo Real Estate oder Lehman Brothers. Das A und O beim Umgang mit Geld wird in den nächsten zwei bis drei Jahren sein, Risiken aus dem Weg zu gehen. Um einen Gedanken gleich vorwegzunehmen: Es handelt sich nicht um die von Theoretikern in komplizierte mathematische Formeln umfunktionierten Risiken, die sich primär an der Intensität von Kursschwankungen ausrichten, sondern um alles, was Ihrem Geld – im weiteren Sinn, also einschließlich Ihrer Anlagen – gefährlich werden könnte.

Die folgende Aufzählung gibt den Großteil finanzieller Risiken im privaten Bereich wieder:

über die Verhältnisse leben
Privatinsolvenz
keine Finanzplanung
Klumpenrisiko, überwiegend mit Immobilien, auch mit allen anderen konzentrierten Geldanlagen einschließlich Kapital- oder fondsgebundener Lebensversicherung möglich
zu wenige oder falsche Informationen
Kredite
falsche oder keine Versicherung gegen persönliche Risiken wie Krankheit, Unfall oder Berufsunfähigkeit
Arbeitslosigkeit
Scheidung
unzureichende Altersvorsorge
hohe Steuernachzahlung
vorschnelle Finanzentscheidungen mit langfristiger Bindung, wie Kapitallebensversicherung oder Baufinanzierung, oft unter psychologischem Druck durch Versicherungsvertreter oder sogenannte Anlageberater
falsche Anlage in Fonds, weil Banken und Sparkassen mit ihnen gerade eine Sonderaktion starten
schlechtes Fondsmanagement, das bis zur verlustreichen Auflösung von Fonds führen kann
Zertifikate, die so kompliziert konstruiert sind, dass kaum jemand sie versteht
falsches eigenes Timing
Verkauf unter Zeitdruck
Gier und Angst, vor allem bei Börsengeschäften
Abgleiten von der Spekulation ins Spiel, oft verursacht durch intensives Trading
Kursverluste bis zum Crash, wie geschehen mit den Aktien Praktiker, Solarworld und IVG
Inflation
Deflation
Natur- und Umweltkatastrophen
Enteignung
Krieg

Fazit: Sorgen Sie selbst für Ihre Sicherheit, von der Bestandsaufnahme über effiziente Informationsbeschaffung und dezidierte Finanzplanung bis zur Absicherung der hier genannten Risiken. Am besten, Sie lassen sich jedes Risiko einzeln durch den Kopf gehen und denken nach, bei welcher Gelegenheit Sie es entweder schon einmal eingegangen sind oder ob Sie Gefahr laufen, es bald einzugehen.

Manfred Gburek, Jahrgang 1942, studierte Betriebswirtschaft in Münster, Köln und Cambridge. Die berufliche Laufbahn als Anlageberater und Finanzanalyst führte ihn von 1968 bis 1972 über die Sparkasse der Stadt Köln und die Aegis Kapitalanlagegesellschaft zur Zeitschrift Das Wertpapier. Er wurde für drei Jahrzehnte Mitglied der Analystenvereinigung DVFA, schrieb 1976 sein erstes Börsenbuch und wechselte 1979 zur Wirtschaftswoche, wo er es bis zur Chefredaktion von 1987 bis 1991 brachte. Weitere Stationen: Geschäftsführer der Graf Lambsdorff Vermögensverwaltung, Herausgeber der Fuchs Kapitalanlagen und der Zeitschrift Finanz Business, Mitglied der Chefredaktionen Die Telebörse und €uro. Heute ist Gburek Kolumnist für die Internetseiten wiwo.de, goldseiten.de und gburek.eu.

Der Text ist ein Auszug aus dem Buch „Ach du liebes Geld! – Von der Kunst, mit Gold und Aktien, Cash und Immobilien finanziell über die Runden zu kommen und nebenbei die Inflation zu besiegen“ und kann hier bestellt werden.

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