Athen lädt Spekulanten zur Rückkehr nach Griechenland ein

Der größte griechische Energiekonzern PPC will auf dem Kapitalmarkt an frisches Geld kommen. Das Rating des Staatsunternehmen liegt bei CCC, ist also hoch riskant. Dafür gibt es hohe Zinsen. Spekulanten träumen von Investments in einem Staat, der bereits mit 240 Milliarden Euro vom Steuerzahler gerettet wurde. Sie wissen: Diese Party darf man sich nicht entgehen lassen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Nicht nur Griechenland steht vor einem Comeback am Finanzmarkt, auch der größte Energie-Produzent des Landes ist in den Startlöchern. Als erstes griechisches Staatsunternehmen seit Ausbruch der Schuldenkrise vor vier Jahren will PPC Insidern zufolge noch diesen Monat Anleihen bei Investoren platzieren. Alle Voraussetzungen seien geschaffen worden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wird eine Roadshow mit Präsentationen in Paris, Frankfurt und London geben“, ergänzte ein zweiter Insider. Damit solle das Interesse von Anlegern an den großen europäischen Finanzzentren geweckt werden. Geplant sei ein Volumen von mindestens 300 Millionen Euro. PPC wollte sich nicht dazu äußern.

Die Regierung in Athen kontrolliert 51 Prozent der Anteile des Energieunternehmens. Der Konzern hat bei Standard & Poor’s ein „CCC“-Rating. Diese Bonitätsnote steht für riskante, sehr spekulative Investments. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ist hoch. In der Regel müssen bei solchen Ratings sehr hohe Zinsen gezahlt werden, um Investoren anzulocken.

Griechenland selbst hat nach Einschätzung von Regierungschef Antonis Samaras den schlimmsten Teil der Krise überstanden. Das Land erwäge deshalb eine Rückkehr an die Kapitalmärkte in den kommenden drei Monaten, sagte er am Mittwoch in einem Reuters-Interview. Nach Jahren der Rezession gab es zuletzt wieder ein Wirtschaftswachstum und Fortschritte bei der Haushaltssanierung. Regierungskreisen zufolge könnte zunächst ein fünfjähriger Bond im Volumen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro angeboten werden.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick