Griechische Regierung streckt Fühler zu Rechtsextremen aus

Ein Video beweist geheime Kontakte der griechischen Regierung zur rechtsextremen Partei „Goldene Morgenröte“. Staatssekretär Baltakos musste deshalb zurücktreten. Er erklärt die Kontakte damit, dass er sich über die Rechtsextremen informieren wollte, um deren Wähler abzuwerben.

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Die griechische Regierung bereitet sich auf weitere peinliche Enthüllungen, nachdem ein Video aufgetaucht ist, in dem Staatssekretär Panayiotis Baltakos mit der rechtsextremen Partei „Goldene Morgenröte“ verhandelt.

In dem am Mittwoch ins Internet gestellten Video sagt Baltakos, dass die Politik Einfluss nimmt auf die Ermittlungen der Justiz gegen die Goldene Morgenröte. Kurz nach Auftauchen des Videos trat er von seinem Amt als Staatssekretär zurück.

Premier Antonis Samaras habe nichts von den Kontakten zur Goldenen Morgenröte gewusst, sagte Baltakos dem Radiosender Real FM. „Ich handelte eigenmächtig als Vermittler im besten Interesse des Landes“, zitiert Kathimerini den Ex-Staatssekretär.

Baltakos, ein langjähriger Verbündeter von Premier Samaras, sagte, er habe sich mehrmals mit der Goldenen Morgenröte getroffen. Er habe die Gunst der rechten Wähler gewinnen wollen. „Die 500.000 Griechen, die für die Goldene Morgenröte gestimmt haben sind keine Nazis.“

„Im Interesse des Landes musste sich irgendjemand mit diesen Leuten treffen“, so Baltakos. „Wir mussten wissen, was sie denken, ihre Strategien und Pläne kennen. Ich sagte ihnen, was sie hören wollten, um ihr Vertrauen zu gewinnen.“ Er könne sich nicht mehr daran, wer seine Gesprächspartner waren und worüber er mit ihnen sprach, so Baltakos.

Die Treffen hätten vor der Ermordung des Rappers Pavlos Fyssas im vergangenen September stattgefunden. Doch auch später habe er kurzen Kontakt mit Vertreter der rechten Partei gehabt, so Baltakos. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Goldene Morgenröte weitere Aufnahmen dieser Treffen veröffentlicht.

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