Steuerhinterziehung: Schäuble will sich Milliarden bei den Banken holen

Wegen der klammen Haushaltskassen verschärft Wolfgang Schäuble die Gangart gegen die Banken: Sie sollen im großen Stil durch dubiose Aktiengeschäfte Steuern hinterzogen haben.

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Der deutsche Fiskus ermittelt der Süddeutschen Zeitung zufolge wegen dubioser Aktiendeals mittlerweile gegen Dutzende Banken und Anlagefonds. Bei den Finanzbehörden seien mehr als 50 Verfahren anhängig, berichtete das Blatt am Samstag unter Verweis auf eine Umfrage bei den Bundesländern. Es gehe um Betrug in Milliarden-Höhe. In mehr als zehn Fällen seien wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bereits Staatsanwälte eingeschaltet worden. Details wurden wegen des Steuergeheimnisses allerdings nicht genannt. Beim Handel von Aktien mit und ohne Dividendenanspruch sollen sich Banken eine nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrmals von den Finanzämtern erstattet haben lassen.

In Hessen laufen der Zeitung zufolge 30 Verfahren, bei denen es allein um 979 Millionen Euro geht. Das Bundesland ist wegen der Banken-Metropole Frankfurt stark betroffen. In Bayern untersuchen die Finanzbehörden acht Fälle mit einem Betrugsvolumen von 372 Millionen Euro. In Nordrhein-Westfalen sind es fünf Verfahren und 50 Millionen Euro.


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