Heartbleed Bug: Auch Passwörter auf Smartphones sind betroffen

Die weit verbreitete Verschlüsselungs-Software OpenSSL enthält einen gefährlichen Programmierfehler. Passwörter und geheime Daten können dadurch leicht entwendet werden. Neben PCs sind auch Handys betroffen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Ein Update der Verschlüsselungs-Software OpenSSL enthielt einen Programmierfehler. Dieser erlaubte es einem Angreifer, dem Kommunikations-Partner Schlüssel, Passwörter und andere geheime Daten zu klauen.

Das Problem betrifft nicht nur PCs, sondern insbesondere auch Smartphones, Router und viele andere Geräte – im Wesentlich alles, was mit dem Internet verbunden ist.

Die Entdecker der Lücke sprechen vom Heartbleed Bug, weil sie den Fehler in der Heartbeat-Funktion fanden, berichtet Heise. Über diese Funktion stellen die Kommunikationspartner fest, ob das Gegenüber noch aktiv ist.

Den Entdeckern des Fehlers gelang es, die geheimen Schlüssel eines Server-Zertifikats, Usernamen, Passwörter und auch verschlüsselte Daten wie E-Mails zu stehlen. All dies war möglich, ohne irgendwelche Spuren auf dem Server zu hinterlassen.

Betroffen sind alle Betreiber von Servern, die zur Verschlüsselung SSL einsetzen. Das sind nicht nur Web-Server, sondern häufig auch solche für E-Mail, VPN und andere Dienste. Diese Systeme sollten schnellstmöglich gesichert werden. Die Version OpenSSL 1.0.1g enthält den Fehler nicht mehr. Auch Versionen vor 1.0.1 sind offenbar nicht betroffen.

Die Entdecker sagen, der Fehler sei einfach auszunutzen. Es dürfte nicht lange dauern, bis einfache Angriffs-Tools verfügbar sind. Zudem besteht die Gefahr, dass Angreifer mit guten technischen Ressourcen den Fehler bereits kannten und massenhaft Schlüssel geklaut haben.

„Es kann natürlich sein, dass Kriminelle und Geheimdienste die Gunst der Stunde genutzt haben, und Passwörter in großem Stil geerntet haben. Aber natürlich hängen die das dann auch nicht an die große Glocke“, schreibt der Sicherheitsexperte Jürgen Schmidt bei Heise. Doch er selbst sei „eher faul als ängstlich“. Die meisten Passwörter werde er vorerst nicht ändern.

Wer sicher gehen will, sollte jedoch seine Passwörter ändern. Laut Mashable waren folgende sozialen Netzwerke vorübergehend nicht sicher: Facebook, Instagram, Pinterest, Tumblr. Möglicherweise auch Twitter. Apple nutzt kein OpenSSL und ist daher nicht betroffen. Doch die Passwörter bei Google und Yahoo könnten entwendet worden sein. Dasselbe gilt für Amazon und Dropbox.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***