BaFin: Langfristige Zins-Garantien gefährden große Versicherer

Niedrige Zinsen können auch größere Versicherer in Bedrängnis bringen. Eine Kombination aus falscher Anlagepolitik, hohen Kosten und teueren Garantien stellen die Versicherer vor Herausforderungen. Die Branche müsse neue Produkte entwickeln, so die BaFin.

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Auch größere Versicherer könnten durch die niedrigen Zinsen nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin in Bedrängnis geraten. „Die Gleichung ,Groß entspricht gut und klein ist gefährdet’ ist so pauschal keinesfalls zutreffend“, sagte der Chef der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, Felix Hufeld, der Welt am Sonntag.

Es gebe eine Vielzahl kleinerer Versicherer, die sehr solide seien. „Und es kann durchaus größere geben, die durch eine Kombination aus falscher Anlagepolitik, hohen Kosten und teuren Garantien aus der Vergangenheit größere Aufgaben vor sich haben.“

Die niedrigen Zinsen auf sichere Wertpapiere belasten die Branche zunehmend, weil die Versicherer den Kunden langfristige Zinsgarantien gegeben haben, die teilweise über Jahrzehnte gelten. „Kurz- bis mittelfristig ist die Branche stabil, aber langfristig kann niemand aus Stroh Gold machen, auch die Lebensversicherer nicht“, sagte Hufeld. Die Versicherer müssten die Kosten weiter senken.

Das sei sehr schmerzhaft, da in der Verwaltung bereits viel gespart worden sei. „Die Vertriebskosten sind zwar absolut nicht gestiegen, doch verglichen mit der gesunkenen Marge ist ihr Anteil bei der Lebensversicherung zu hoch“, sagte Hufeld.

Er forderte die Branche auf, neue Produkte zu entwickeln. Große Versicherer wie die Allianz und Ergo haben bereits alternative Produkte eingeführt, bei denen sie Kunden nicht mehr die üblichen lebenslangen Garantien geben und ihnen dafür mehr Rendite versprechen.

 

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