Finanzinvestor KKR befreit italienische Banken von schlechten Schuldnern

Die Umverteilung von den Sparern zur Finanzindustrie geht weiter: So lange die Zentralbanken die Zinsen niedrig halten, sind riskante Kredite ein gutes Geschäft für Finanzinvestoren: Sie bekommen höhere Zinsen und können in aller Ruhe versuchen, vom Gläubiger zum Eigentümer zu werden. Für verschuldete italienische Unternehmen ist das eine gefährliche Entwicklung.

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Die beiden größten italienischen Banken UniCredit und Intesa Sanpaolo wollen vor dem europaweiten EZB-Stresstest einen Teil ihrer faulen Kredite auslagern. Beide Institute sowie der US-Finanzinvestor KKR unterzeichneten dazu eine Absichtserklärung. Es soll eine spezielle Gesellschaft geschaffen werden, die sich um die Problemkredite kümmert. In einer Erklärung der Banken hieß es am Dienstag, die Details der Zusammenarbeit würden noch ausgehandelt.

Für italienische Unternehmen mit hohen Schulden und Problemen wird es eng: Der Finanzinvestor KKR steigt in eine Bad Bank ein. In einem solche unregulierten Unternehmen versuchen Finanzinvestoren in der Regel, Schulden in Eigentumsanteile zu verwandeln. Der Prozess endet oft in der Zerschlagung des verschuldeten Unternehmens.

Mit dieser Bad Bank ergeben sich für KKR, der erst kürzlich beim Fußballverein Hertha BSC eingestiegen ist, attraktive Profitmöglichkeiten: KKR ist eine sogenannte Schattenbank. Das Unternehmen unterliegt keiner wie immer gearteten Regulierung. Wegen der niedrigen Zinsen der Zentralbanken sind faule Kredite für Finanzinvestoren ein gutes Geschäft: Sie erhalten höhere Zinsen, weil die Kredite ja riskant sind. KKR wird nun in aller Ruhe versuchen, die Kredite entweder einzutreiben oder aber in Beteiligungen umzuwandeln. Schon seit mehreren Monaten haben zahlreiche Banken vor allem aus Südeuropa ihre faulen Kredite an US-Investoren verkauft. Am Ende des Prozesses könnte KKR auf diesem Weg Eigentümer an hoch verschuldeten Unternehmen werden. Über diesen Weg können die Unternehmen zerschlagen und verkauft werden.

Für die Banken übernimmt KKR gewissermaßen die Schmutzarbeit: Die Banken können Verluste aus den Engagements minimieren beziehungsweise am Verkauf der Kredite partizipieren. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte Reuters, die HVB-Mutter UniCredit und Intesa würden jeweils ein Kreditvolumen von einer Milliarde Euro in die Bad Bank einbringen, in die KKR Kapital in noch nicht bekannter Höhe einbringen werde.

Faule Kredite sind nach der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg das größte Problem der italienischen Banken. Nach Verbandsangaben summierten sich die Problem-Darlehen im Februar auf den Rekordwert von 162 Milliarden Euro. UniCredit verbuchte auch wegen hoher Abschreibungen auf Kredite 2013 einen Verlust von 14 Milliarden Euro. Intesa kam auf ein Minus von 4,55 Milliarden Euro.

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