Alstom-Aktie nach Übernahme-Spekulation mit Kurssprung

Das Management von Frankreichs Eisenbahn-Konzern Alstom bestreitet, dass er vom US-Konzern GE übernommen werden soll. Ein GE-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Die Investoren halten die Übernahmegerüchte dagegen für plausibel: Alstom-Aktien stiegen am Donnerstag um mehr als 15 Prozent.

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Alstom-Aktien legten wegen der Übernahmegerüchte am Donnerstag um mehr als 15 Prozent zu. (Grafik: ariva.de)

Alstom-Aktien legten wegen der Übernahmegerüchte am Donnerstag um mehr als 15 Prozent zu. (Grafik: ariva.de)

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) will den französischen Turbinen- und Zughersteller Alstom für 13 Milliarden Dollar kaufen. Die beiden Konzerne führten derzeit Verhandlungen und könnten eine Einigung bereits in der kommenden Woche bekanntgeben, berichtete Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen (hier).

Der Alstom-Konzern erklärte, er sei über eine mögliche Offerte nicht informiert. Ein GE-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Alstom-Aktien reagierten am Donnerstag mit einem Kurssprung von 15 Prozent auf die Übernahmegerüchte. Im Vergleich zu vor einer Woche ist der Kurs sogar um mehr als 27 Prozent gestiegen.

Alstom, Hersteller von Kraftwerksturbinen, Zugsignaltechnik und des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV, ist an der Börse derzeit rund 10,4 Milliarden Dollar wert und kämpft mit sinkenden Aufträgen vor allem von Versorgern. Mit dem Abbau von 1.300 Stellen und dem Verkauf von Geschäftsteilen will der Konzern seine Liquidität verbessern.

Mit der Übernahme durch den finanzstarken GE-Konzern entstünde ein noch ernster zu nehmender Konkurrent für Siemens. Die Münchner hatten zuletzt unter anderem Lieferprobleme mit ihren ICE-Zügen.

Im Gasturbinengeschäft würde sich GE mit Alstom einen ordentlichen Vorsprung vor Siemens verschaffen“, sagte LBBW-Analyst Thomas Klee. Er hält Alstom für eine sinnvolle Ergänzung für GE, die sich der US-Konzern auch gut leisten könne. Die Kartellbehörden hätten jedoch noch ein Wörtchen mitzureden.

Der mit einem Anteil von 29 Prozent größte Alstom-Aktionär Bouygues unterstütze die Übernahme des Traditionskonzerns durch die Amerikaner jedoch, berichtete Bloomberg. Sowohl im französischen Wirtschaftsministerium als auch bei Bouygues war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mit rund 18.000 Beschäftigten arbeiten rund 20 Prozent der Belegschaft in Frankreich und Alstom ist extrem abhängig von staatlichen Aufträgen.

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