Gutachten: Armuts-Quote in Deutschland erreicht Höchststand

Vom wachsenden Wohlstand profitiert auch in Deutschland nur eine Minderheit. Noch nie hat es so viele Erwerbstätige gegeben, aber auch noch nie so viele Teilzeitbeschäftigungen. Die Passivität der Politik sei erschreckend, so ein Gutachten des Wohlfahrts-Verbandes.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in Deutschland nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbandes immer größer. „Am wachsenden Wohlstand haben immer weniger Menschen teil“, sagte der Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes, Rolf Rosenbrock, am Donnerstag in Berlin. Wer die soziale Spaltung bekämpfen wolle, komme um einen Kurswechsel in der Steuerpolitik nicht herum.

Die Passivität der Politik sei erschreckend. Der Verband legte erstmals ein Gutachten zur sozialen Lage vor, das er als Gegenstück zu Einschätzungen des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder von Forschungsinstituten künftig jährlich präsentieren will.

„Hinter den volkswirtschaftlichen Erfolgsbilanzen verbirgt sich eine fortschreitende Spaltung der Gesellschaft“, sagte der Verfasser der Studie, Joachim Rock. Noch nie habe es so viele Erwerbstätige gegeben, aber auch noch nie so viele prekäre Tätigkeiten und Teilzeitbeschäftigungen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stagniere bei etwa einer Million und damit auf hohem Niveau. Die Armuts-Quote habe einen Höchststand erreicht. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes seien 2012 15,2 Prozent der Bevölkerung einkommensarm oder von Armut bedroht gewesen. 2005 lag der Anteil bei 14,7 Prozent.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick