Japan: Inflation steigt sprunghaft an

Japans Verbraucherpreise lagen im April um 2,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist die größte Inflationsrate seit 1992. Ursachen sind vor allem der Anstieg der Mehrwertsteuer und das Gelddrucken der japanischen Zentralbank, das so massiv ist wie niemals zuvor.

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Die Preise in Japan steigen so schnell wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr. Das extreme Gelddrucken der japanischen Notenbank zeigt Wirkung.

Japans Verbraucherpreise lagen im April um 2,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor, berichtet Bloomberg. Das ist die größte Inflationsrate seit 1992. Eine Ursache ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer, durch die Japans Wirtschaft im zweiten Quartal voraussichtlich schrumpft.

Zum 1. April erhöhte Japan die nationale Mehrwertsteuer von 5 auf 8 Prozent. Zudem nutzten die Japaner die letzten Wochen vor der Steuererhöhung, um massiv Goldbarren zu kaufen. Auch aufgrund der extrem lockeren Geldpolitik unter Premier Abe suchen viele Japaner ihre Rettung im Gold (mehr hier).

Die steigenden Preise spiegeln sich derzeit nicht in höheren Zinsen auf japanische Staatsanleihen wider. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen liegt mit nur 0,615 Prozent kaum höher als im März. Die Zentralbanker fürchten daher einen sprunghaften Anstieg der Zinsen.

Die Inflation werde im April oder Mai ihren Höhepunkt erreichen, „es sei denn die Yen-Abwertung verstärkt sich oder die Energiepreise steigen deutlich“, sagen die Goldman-Ökonomen Naohiko Baba und Yuriko Tanaka. Sie halten eine zusätzliche geldpolitische Lockerung durch die Zentralbank für möglich.

Die Preise für Elektrizität stiegen sogar um 8,7 Prozent. Dies liegt auch daran, dass Japan aufgrund des Fukushima-Unfalls seine Atomkraftwerke abstellte und Energie nun teuer importieren muss. Doch die Regierung bereitet schon die Rückkehr zur Atomkraft vor (mehr hier).

Zentralbank-Chef Haruhiko Kuroda und Premier Shinzo Abe versuchen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass steigende Preise eine gute Sache seien. Doch die meisten Japaner betrachten Preissteigerungen als unvorteilhaft. Denn die Löhne sind im letzten Jahr nicht gestiegen.

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