Türkei: Schwere Ausschreitungen in Istanbul

In Istanbul ist die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Die Behörden wollen verhindern, dass es zu neuen Massenprotesten gegen die Regierung kommt.

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Die türkische Polizei ist am Maifeiertag mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten in der Istanbuler Innenstadt vorgegangen. Tausende Beamte sollten verhindern, dass Protestzüge den Taksim-Platz erreichen, wo es im vergangenen Jahr wochenlang Proteste gegen die Regierung gab. In der Metropole Istanbul wurden bisher 142 Personen festgenommen. Zudem wurden 90 Menschen verletzt. Davon sollen 19 Personen Polizeibeamte sein, berichtet die Hürriyet. Die Parlamentarier der CHP und HDP haben sich türkischen Medienberichten zufolge unter die Demonstranten gemischt.

Unter Verweis auf Sicherheitsbedenken legten die Behörden in diesem Jahr Teile des Nahverkehrsnetzes lahm und untersagten Gewerkschaften, sich in der Innenstadt zu versammeln. Den Vorschlag, ihre Demonstrationszüge am Stadtrand zu veranstalten, lehnten die Organisationen ab. Trotz des Verbotes versuchten Demonstranten am Donnerstag, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei flogen auch Feuerwerkskörper und Steine.

Die Zusammenstöße ereigneten sich im Viertel Besiktas, das wie der Taksim-Platz auf der europäischen Seite der Millionen-Metropole am Bosporus liegt.

Zu den Organisatoren der Kundgebungen gehören die Mitglieder der Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften (DİSK), die Mitglieder der Türkischen Gewerkschaft der Ingenieure und Architekten (TMMOB), die Kommunisten der TKP, die Mitglieder der Bündnisses der Gewerkschaften der Angestellten des öffentlichen Dienstes (KESK) und Unterstützer der Partei der Freiheit und Solidarität (ÖDP).

Alleine in Istanbul sind aktuell 39.000 Polizisten im Einsatz, berichtet die Zeitung Yeni Şafak.

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