Hochfrequenz-Handel: US-Staatsanwalt ermittelt gegen die Börsen

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York will von den US-Handelsplätzen wissen, welche Beziehungen zu Hochfrequenz-Händlern sie haben. Diese erhalten entscheidende Daten vor den anderen Marktteilnehmern und machen auf diese Weise massive Gewinne.

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Die US-Behörden weiten Insidern zufolge ihre Ermittlungen zum umstrittenen Hochfrequenzhandel aus.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric Schneiderman, werde in den kommenden Tagen von Börsen und Handelsplattformen Informationen über ihre Beziehungen zu Hochfrequenzhändlern einfordern, erfuhr Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen.

Untersucht werde dabei besonders, wie die Händler Daten vor anderen Marktteilnehmern erhalten könnten. Die Anfragen seien unter anderem an Nasdaq OMX, IntercontinentalExchange und BATS Global Markets geschickt worden.

Weder die Börsen noch das Büro von Generalstaatsanwalt Schneiderman nahmen zu den Angaben Stellung. Einem der Insider zufolge wurden bereits Anfragen an die Betreiber von sogenannten „dark pools“ – alternative anonyme Handelsplattformen – geschickt.

Schneiderman untersucht bereits seit etwa einem Jahr die Handelspraktiken an der Wall Street. Er hat sich unter anderem gegen die Praxis ausgesprochen, dass Börsenbetreiber den Computern von Hochfrequenzhändlern Platz direkt in ihren Datenzentren einräumen, damit sie Daten schneller abgreifen können.

Vor zwei Wochen schickte sein Büro Anfragen an Hochfrequenz-Handelsfirmen wie Tower Research, Chopper Trading und Jump Trading. Den Kreisen zufolge wurden die Unternehmen nach ihrem Geschäftsmodell, der eingesetzten Technologie und ihrer Kommunikation mit Börsen befragt.

In den USA ist der Hochfrequenzhandel in den vergangenen Wochen durch die Veröffentlichung des Enthüllungsbuchs „Flash Boys: A Wall Street Revolt“ des Bestsellerautors Michael Lewis wieder in die Schlagzeilen geraten. Lewis wirft den Hochfrequenzhändlern vor, den Markt zu manipulieren.

Befürworter der Handelsmethode weisen dies zurück. Sie argumentieren, der Hochfrequenzhandel erhöhe die Liquidität und nutze damit den Märkten. Inzwischen befassen sich in den USA die Bundespolizei FBI, die Börsenaufsicht SEC und die Derivateaufsicht CFTC mit dem Thema.

Die Sicherheitswächter über die Systemstabilität der EU-Märkte sehen sich nicht in der Lage, den Hochfrequenz-Handel zu beaufsichtigen (mehr hier).

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