US-Banken ziehen Kapital aus Moskau ab

Nach den von den USA verhängten Sanktionen gegen Russland fahren die größten US-Banken ihr Engagement in Russland zurück. Grund dafür ist die Sorge vor weiteren Sanktionen. Diese hatten die USA und Deutschland am Freitag erneut in Aussicht gestellt.

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Nach den von den USA verhängten Sanktionen gegen Russland ziehen die größten US-Banken ihr Kapital aus Russland ab.

Das Russland-Geschäft von Citigroup fiel im ersten Quartal um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden US-Dollar. JPMorgan reduzierte sein Engagement im gleichen Zeitraum um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, die Bank of America sogar um 22 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Die USA und Deutschland warnten zudem am Freitag, weitere Sanktionen über wichtige Teile der russischen Industrie zu verhängen, wenn Moskau die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine im Mai verhindern sollte, berichtet die FT. Putin bezeichnete Wahlen in der jetzigen Situation als völlig absurd (mehr hier).

Citigroup nannte die Krise der Ukraine nicht als Grund für den Kapitalabzug, doch „zukünftige Entwicklungen, einschließlich der Verhängung von Sanktionen gegen weitere russische Unternehmen, Geschäftsbereiche, Einzelpersonen oder andere, könnten sich negativ auf das Geschäft auswirken“.

Am vergangenen Montag verhängten die USA neue Sanktionen gegen sieben Regierungsbeamte und den inneren Kreis von Präsident Putin. Betroffen waren 17 Unternehmen, davon drei kleine Banken.

„Die Situation bleibt unklar. Für eine weitere Eskalation der geopolitischen Spannungen gibt es großes Potenzial“, so die Bank of America.

JPMorgan wolle die „Ereignisse in Russland und die Auswirkungen der aktuellen und potenziellen neuen Sanktionen genau beobachten“.

Wenn der Ukraine-Konflikt eskaliert, könnten Investoren in diesem Jahr bis zu 150 Milliarden Dollar aus Russland abziehen, so eine Prognose der Weltbank aus dem März. Selbst im Fall einer Beruhigung stehe Russland vor Kapitalabfluss, einer schwachen Konjunktur und hoher Inflation (hier).

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