Russland legt Bericht vor: Janukowitsch wurde von „Faschisten“ gestürzt

Das russische Außenministerium hat einen Bericht vorgelegt, demzufolge die Schüsse auf dem Madain auf Gegner des gestürzten Präsidenten Janukowitsch zurückzuführen seien. Der Bericht kritisiert weitere Menschenrechtsverletzungen - von Gewalt gegen Juden bis zur Zerstörung von Lenin-Denkmälern.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Russland macht die Übergangsregierung in der Ukraine für schwere Menschenrechtsverletzungen in den vergangenen sechs Monaten verantwortlich. Ein am Montag veröffentlichter Bericht des Außenministeriums in Moskau wirft den Gegnern des entmachteten und nach Russland geflohenen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor, hinter den Todesschüssen auf 77 Menschen während der Unruhen in Kiew zu stecken. Die neue Regierung dort und deren westliche Verbündete sehen die Schuld für viele dieser Todesfälle dagegen bei Scharfschützen der Polizei. Der im Internet auch auf Englisch veröffentlichte Bericht mit einem Umfang von 80 Seiten wurde Präsident Wladimir Putin übergeben. Darin wird die russische Darstellung bekräftigt, Faschisten hätten Janukowitsch gestürzt.

In dem Bericht werden weitere Vorfälle aufgezählt, die von der Zerstörung einer Lenin-Statue über gewalttätige Übergriffe auf Juden bis zur Erstürmung öffentlicher Gebäude reichen. Besuche unter anderem von US-Politikern in den Protestlagern auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz zeugten von der Einmischung des Westens. Das Außenministerium kommt zu dem Schluss, dass sich „Extremisten aus dem Lager von Ultranationalisten und Neonazis“ mit Unterstützung des Westens an die Macht geputscht hätten. Die Regierung in Kiew und der Westen werfen dagegen Russland vor, nach dem umstrittenen Anschluss der Krim für Unruhen in anderen Teilen der Ukraine zu sorgen und so die Kontrolle über die frühere Sowjetrepublik ausweiten zu wollen.

Russland forderte unterdessen die Regierung der Ukraine erneut auf, die Streitkräfte nicht gegen das eigene Volk einzusetzen und die Krise durch Gespräche beizulegen. Im Osten des Landes drohe eine humanitäre Katastrophe, warnte das Außenministerium. In diesem Landesteil wie auch in Odessa im Süden gehen ukrainische Truppen gegen Milizen vor, die eine stärkere Autonomie von Kiew fordern.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick