Schlechte Zahlen: Alstom streicht die Dividende

Der französische Alstom-Konzern meldet einen Einbruch bei den Aufträgen und muss die Dividende streichen. Der US-Konzern GE hat den Zeitpunkt für seinen Übernahme-Versuch offenbar geschickt gewählt.

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Mitten im Streit über die Zukunft seiner Energiesparte streicht der angeschlagene französische Industriekonzern Alstom den Aktionären die Dividende. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Auftragseingang zudem um zehn Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zugleich musste der Konzern einen Abfluss von Barmitteln im Volumen von 171 Millionen Euro verkraften. Der US-Konkurrent General Electric will Alstoms Energiesparte für zehn Milliarden Euro kaufen. An der Tochter, die etwa Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke sowie Windanlagen baut, ist aber auch Siemens interessiert. Der deutsche Erzrivale will im Falle einer Übernahme die Bahnsparten der beiden Unternehmen zusammenlegen, so dass ICE- und TGV-Züge aus einer Hand kämen. Während Alstom das Energiegeschäft an GE verkaufen will, hält die französische Regierung das Angebot für nicht ausreichend.

Bei der Vorlage der Zahlen gab das Management keinen neuen Zwischenstand zu den Fusionsverhandlungen. Während die Bestellungen abgelaufenen Geschäftsjahr (per 31. März) zurückgingen, lagen andere Kennzahlen über den Erwartungen der Analysten: Der Umsatz blieb mit 20,3 Milliarden Euro stabil. Der Betriebsgewinn sank um drei Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Aufs Jahr gerechnet flossen zwar Barmittel von 171 Millionen Euro ab. In der zweiten Hälfte jedoch verbesserte sich der Cashflow.

Alstom war vor zehn Jahren vom französischen Staat vor dem Zusammenbruch gerettet worden und kämpft nun gegen hohe Schulden, Konkurrenzdruck und eine schwächelnde Nachfrage in der Energiebranche. Nach Vorstellungen des Managements soll Alstom die Energietochter, die 70 Prozent zum Umsatz beiträgt, an GE verkaufen und sich auf den Bau von Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie Bahnsignaltechnik konzentrieren. Die Gewinnmarge in der Transportsparte stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auch dank Sparmaßnahmen auf 5,6 zuvor 5,4 Prozent.

Ein Kauf der Energiesparte durch GE wäre die größte Übernahme einer französischen Firma durch ein US-Unternehmen. Dem sozialistischen Präsidenten Francois Hollande geht es in dem Streit vor allem darum, angesichts einer Arbeitslosenquote von etwa zehn Prozent Fabriken und Arbeitsplätze in Frankreich zu erhalten.

Die Alstom-Führung hat sich zwar für das GE-Angebot ausgesprochen, Siemens aber nicht die Tür zugeschlagen. Es liege an den Münchnern, ein verbindliches Angebot vorzulegen, sagte Konzernchef Patrick Kron am Mittwoch. Man werde einen fairen Zugang zu den Büchern gewähren.

Siemens will sich mit der Prüfung nach eigenem Bekunden Zeit lassen. Die beiden Konzerne waren bislang erbitterte Rivalen. Siemens hatte schon vor zehn Jahren Interesse an Alstom, aber Kron und der damalige Finanzminister Nicolas Sarkozy lehnten ab.

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