Deutsche Industrie drosselt die Produktion

Ukraine, schwache Euro-Zone, milder Winter: Die deutsche Industrie fährt ihre Produktion herunter. Das erste Quartal könnte eine Schwalbe ohne Sommer gewesen sein.

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Die deutschen Unternehmen treten auf die Bremse. Im März produzierten sie überraschend 0,5 Prozent weniger als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das war der erste Rückgang nach vier Anstiegen in Folge. Ökonomen hatten ein kleines Plus erwartet, nachdem es im Februar noch ein Wachstum von 0,6 Prozent gegeben hatte.

Carsten Brzeski von der Großbank ING sprachen von einem „Schuss vor den Bug“ für die deutsche Wirtschaft. „Die Ukraine-Krise und die Konjunkturabkühlung in China könnten doch stärker Spuren hinterlassen in der Realwirtschaft“, sagte der Analyst. „Die Erholung der Euro-Zone ist noch nicht stark genug, um sich positiv auf die deutsche Industrie auszuwirken.“

Das Wirtschaftsministerium meldet: „In der Industrie kündigt sich für das zweite Quartal angesichts der aktuell zurückhaltenden Entwicklung der Auftragseingänge vorübergehend eine schwächere Aufwärtsdynamik an.“ Die Bestellungen waren im März wegen der geringeren Nachfrage aus den Euro-Ländern um 2,8 Prozent gefallen. Auch am Bau zeichne sich eine Abkühlung ab. „Hier dürfte die Frühjahrsbelebung nach dem milden Winter weniger kräftig ausfallen als gewohnt“, so das Ministerium.

Die Industrie fuhr ihre Produktion im März um 0,4 Prozent zurück. Die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien meldeten dabei mit 0,9 Prozent das größte Minus. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen drosselten ihren Ausstoß um 0,2 Prozent. Die Konsumgüterbranche produzierte dagegen 0,5 Prozent mehr. Die Bauproduktion fiel um 2,2 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung um 1,8 Prozent hoch.

 

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