Weltbild: Von der katholischen Kirche zum Finanzinvestor

Der insolvente Weltbild-Verlag soll vom Münchner Finanzinvestor Paragon übernommen werden. Es wird erwartet, dass Paragon den Konzern zerschlagen und, wenn möglich, in Teilen verkaufen wird.

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Der insolvente Weltbild-Verlag aus Augsburg wird nach Informationen der Süddeutschen Zeitung von dem Münchner Finanzinvestor Paragon Partners übernommen. Sowohl Online- als auch Katalog- und Filialhandel gingen in die Hände Paragons über, berichtet die Zeitung am Sonntag. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz werde den 2200 Mitarbeitern der Weltbild-Verlagsgruppe dies auf einer Betriebsversammlung am Montag verkünden.

Paragon verwalte nach eigenen Angaben etwa 650 Millionen Euro Eigenkapital, unter anderem von Lebensversicherungen, Pensionskassen und Universitätsstiftungen sowie eigenes Kapital, berichtet das Blatt. Der Investor werde offenbar alle Sparten der kirchlichen Verlagsgruppe übernehmen, also nicht nur die besonders attraktiven Anteile am E-Book-Lesegerät Tolino, das Weltbild mit Hugendubel, Thalia, Bertelsmann und der Telekom erfolgreich betreibe.

Beobachter gehen davon aus, dass Paragon den Konzern filetieren wird: Die einzelnen Teile könnten an die meistbietenden aus den jeweiligen Branchen verkauft werden.

Die katholische Kirche hatte ihren Verlags- und Buchhandelskonzern Weltbild im Januar in die Pleite geschickt. Angesichts unerwartet hoher Verluste drehte sie dem Unternehmen den Geldhahn zu. Nach der Insolvenz der Zentrale folgte im Februar die Buchhandelstochter unter den Schutz des Insolvenzrechts, um Zeit für eine Sanierung zu gewinnen.

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