Italien: Wirtschaft schrumpft trotz EU-Wahlen

Die italienische Wirtschaft ignoriert den Fahrplan zur EU-Wahl und schrumpft im ersten Quartal. Für kritische Beobachter ist das keine Überraschung: Italien steht erst am Anfang der Krise.

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Italiens Wirtschaft ist im ersten Quartal – für die offiziellen Berichterstatter überraschend – geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Januar und März um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hingegen mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Ende 2013 war die Wirtschaft noch erstmals seit Mitte 2011 wieder um 0,1 Prozent und damit leicht gewachsen. Die EU-Kommission traut Italien für 2014 ein Wachstum von 0,6 Prozent zu.

Italien steckt immer noch in einer Wirtschaftskrise, es gehört zu den am höchsten verschuldeten Ländern der Welt. Regierungschef Matteo Renzi will einen Reformkurs einleiten. Unter anderem hat er Steuererleichterungen für Arbeitnehmer und Firmen auf den Weg gebracht. Ende April hatte sich die Regierung auf Sparpläne geeinigt.

Der von der EU mit viel Pomp eingesetzte Goldman Sachs-Premier Mario Monti hatte nach dem Sturz von Silvio Berlusconi nichts bewegt. Nach der Parlamentswahl herrschte Stillstand, weil sich Parteien vor allem dam,it beschäftigten, wie sie den Newcomer Beppe Grillo in Schach halten können.

Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien ist unvermindert hoch, weil die Unternehmen im Zuge der Globalisierung tausende Arbeitsplätze ins Ausland, insbesondere nach Asien verlagert hatten.

Die Macht der Gewerkschaften ist ungebrochen und führt dazu, dass all jene geschützt sind, die einen Arbeitspltaz haben. Insbesondere für ältere Langzeitarbeitslose sieht es dagegen sehr schlecht aus: Sie haben kaum eine Chance auf einen neuen Job, und müssen oft eine Familie ernähren.

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