Kanada macht Rückzieher und weicht Russland-Sanktionen auf

Kanada setzt sich von den USA ab und streicht zwei russische Industrielle von der Sanktions-Liste. Kanada begründet seine Absetzbewegungen damit, dass man nicht vorhabe, kanadische Unternehmen zu bestrafen. Zuvor hatte der kanadische Premier Putin noch mit Hitler verglichen.

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Kanada hat Insidern zufolge aus Rücksicht auf seine Wirtschaft zwei russische Konzernchefs von Sanktionen wegen der Ukraine-Krise ausgenommen. Dabei handelt es sich um den Chef des Rüstungs- und Industriekonzerns Rostec, Sergej Tschemessow, und den Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Regierungsmitarbeitern. Das Land, in dem 1,2 Millionen Menschen mit ukrainischen Wurzeln leben, setzt sich damit vom Nachbarn USA ab.

„Unser Ziel ist es, Russland zu treffen – aber nicht, kanadische Unternehmen zu sanktionieren oder zu bestrafen“, begründete ein Regierungsmitarbeiter das Vorgehen. Rosneft ist mit etwa 30 Prozent an einem kanadischen Ölfeld beteiligt. Rostec wiederum betreibt gemeinsam mit dem kanadischen Bombardier-Konzern ein Flugzeug-Montagewerk, an dem Aufträge in Milliardenhöhe hängen. Bombardier hatte voriges Jahr einen Vorvertrag über die Lieferung von 100 Maschinen nach Russland ausgehandelt.

„Wir werden weiter gemeinsam mit unseren Verbündeten Sanktionen verhängen, aber wir werden auch die kanadischen Interessen berücksichtigen“, hieß es in der Regierung. Das Vorgehen steht im Kontrast zu Äußerungen von Ministerpräsident Stephen Harper über Russland: Er hatte das Vorgehen von Präsident Wladimir Putin mit dem Adolf Hitlers vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen.

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