Minen-Unglück in der Türkei: Keine internationalen Sicherheits-Standards

Sicherheitskammern können in Kohlebergwerken Leben retten. Weltweit werden diese Einrichtungen eingesetzt. Doch in der Türkei gibt es erhebliche Mängel: Der Zustand der Minen entspricht nicht den internationalen Standards. Nun soll eine Untersuchung klären, wenn für die Schlamperei verantwortlich ist.

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Während die Bergungsarbeiten noch weitergehen, kommt eine Frage auf: Wie hätte so eine Katastrophe verhindert werden können? Eine Möglichkeit, großen Katastrophen vorzubeugen sind Sicherheitskammern.

Sicherheitskammern sind mobile Räume, die man tief unter der Erde positioniert. Wenn es unter Tage zu einem Unfall kommt, können sich bis zu 40 Menschen pro Kammer in Sicherheit bringen.

Sauerstoff, Essen und Trinken, Telefon und ein Erste Hilfe-Kasten sind vorhanden. Die Kosten für einen Bunker für 40 Menschen belaufen sich auf 250.000 Dollar.

Keine Sicherheitskammern in Soma

Vor einem Jahr sagte der Vorstandsvorsitzende der Soma Holding, Alp Gürkan, dass Sicherheitskammern in Soma im Einsatz seien. Bei einem eventuellen Unfall könnten so, Gürkan, bis zu 500 Personen wochenlang mit allem Notwendigen versorgt werden. Doch in Soma gab es nur eine Kammer, berichtet CNN Türk.

In anderen Ländern würden Sicherheitskammern vorschriftsgemäß eingesetzt. In der Türkei gibt es diesbezüglich keine Regelung, ebenso wie in Pakistan und in Afghanistan.

Importeure von mobilen Kammern gaben an, dass sie ihre Produkte den jeweiligen Betreibern und Ministerien vorgestellt hätten, berichtet CNN weiter. Da jedoch mehrere Behörden für die Besorgung solcher Einrichtungen zuständig gewesen seien, sei die Sache nicht mehr weiter verfolgt worden.

Auch die Minenbetreiber in Soma hätten darauf hingewiesen, dass sie rechtlich nicht dazu verpflichtet gewesen seien. Soma Holding-Chef Alp Gürkan sagt, dass seine Firma in der Planungsphase für die Sicherheitskammern gewesen sei. „Wir hätten es in drei bis vier Monaten gebaut, wenn dieser Unfall nicht gewesen wäre“, zitiert ihn Hürriyet Daily News.

In der Mine habe es einen Sicherheitsraum für bis zu 500 Menschen gegeben. Da man jedoch mit den Arbeiten an dieser Stelle der Mine fertig war, wurde dieser wieder geschlossen (mehr hier).

Zum Vergleich: In deutschen Minen müssen Sicherheitskammern vorhanden sein, wenn zwischen Arbeitsplatz und Minenausgang länger als 90 Minuten liegen. In den USA müssen alle Arbeiter innerhalb von 60 Minuten an einen sicheren Ort kommen können.

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